Was bleibt
… oder: was hat Bestand? Was zählt im Zwischenmenschlichen unterm Strich, wenn alles radikal wegrationalisiert wurde und nur noch nüchtern der Status quo beleuchtet wird? Da wird dann natürlich der meterhohe Schlamm aus Lug und Trug nebst Missachtung des Anderen durchwühlt. Wenn es gut läuft, dann setzt bei diesen selbst auferlegten, gewollten oder ungewollten Therapien ein Heilungsprozess ein. Oder aber es passiert gar nichts, weil man sich so sehr an den momentanen Zustand gewöhnt hat. Oder es geht eben alles zu Bruch. Als Theaterbühne solcher Szenen dienen häufig Familientreffen über Wochenenden, an denen dann Kind und Kegel aus aller Herren Länder wieder in das elterliche Haus strömen – so auch in “Was bleibt” von Hans-Christian Schmid. Mutter Gitte (Corinna Harfouch) hat psychische Probleme, setzt ihre Medikamente ab und verursacht so das voraussehbare Chaos. Sohn Marko nimmt das Ganze noch recht gefasst, während Sohn Jakob den Besorgten mimt. Tja, und was macht das Haupt der Familie? Der vögelt schon längst eine andere. Es ist unschwer zu erkennen, dass hier einiges im Argen liegt. Genauso unschwer sind die typischen Zutaten für ein typisches deutsches Drama zu erkennen. Schlecht muss das ja nicht sein – nur kann man sie häufig nicht besonders gut auseinanderhalten. In “Was bleibt” wird nicht übel geschauspielert,
nichtsdestotrotz interessieren die Schicksale nicht sonderlich. Es fehlt das Dringliche, Unabwendbare in der Story, das einem einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Plätscher, plätscher, 1,2,3 schon ist’s vorbei. Vielleicht beim nächsten Mal, Herr Schmid.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Was bleibt Land: Deutschland Jahr: 2012 Regie: Hans-Christian Schmid Darsteller: Lars Eidinger, Egon Merten, Corinna Harfouch Weitere Infos: IMDB, Amazon
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