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Titanic

Freitag, 14. Dezember 2012 · Autor: Mr. J.

titanic_sceneWenn man sich die Filme von James Cameron anschaut, dann haben sie alle eine Gemeinsamkeit. Sie sind technisch und optisch auf hohem Niveau, bieten aber im Gegenzug dazu wenig tiefgehende Inhalte. Als einer der Höhepunkte seines Schaffens kann nach wie vor “Titanic” von 1997 bezeichnet werden. Mit sagenhaften 11 Oscars ausgezeichnet und einem traumhaften Einspielergebnis weltweit, hat er auf jeden Fall den Nerv seiner Zeit getroffen. Spöttisch könnte man jetzt bemerken, dass der Geschmack der Masse in den meisten Fällen so oder so noch nie getaugt hat. Dann würde man dem Film aber nicht gerecht werden zumindest was die zweite Hälfte angeht. Im Grunde kann bzw. muss man “Titanic” in zwei Teile unterteilen. Einen ersten, der vor Kitsch und Belanglosigkeit nur so trieft und einen zweiten, in dem die Katastrophe ihren Lauf nimmt und mit dem sich Cameron seine Oscars verdient hat, wenngleich man sich über deren Anzahl streiten könnte. Zu Beginn also fängt alles ganz harmlos an. Jack Dawnson (Leonardo DiCaprio) gewinnt bei einer Partie Poker eines der begehrten Tickets, die für ihn ein besseres Leben in Amerika bedeuten könnten. Es reicht zwar nur für die 3. Klasse, aber Jack nimmt es so wie es kommt und ist auch sonst eher Optimist denn Pessimist. Um solche Dinge muss sich die gut situierte Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) absolut keine Sorgen machen. Luxus hüben wie drüben in der 1. Klasse, wo die Überfahrt einem sehr gediegenen Wellness-Urlaub gleicht. Über Umwege – Jack rettet Rose das Leben – lernen sich diese beiden Welten kennen und lieben. Eine Liebe natürlich, wie sie abgedroschener nicht sein könnte und wie sie garantiert auch nur auf der Leinwand zu finden ist. Nach dieser Episode beginnt der eigentlich interessante Teil, als das “unsinkbare” Schiff den Eisberg rammt und zu sinken beginnt. In diesen Szenen holt Cameron wohl alles heraus, was zur damaligen Zeit machbar war und produziert absolut sehenswertes Filmmaterial. Insgesamt kann man dennoch nicht von einem “Must-See”-Film sprechen. Zu oberflächlich bleiben die Charaktere, zu beliebig der Plot. titanic_coverDie Katastrophe dient letzten Endes nur dazu, den beiden Turteltäubchen den nötigen dramatischen Rahmen zu bieten. So ist “Titanic” vor allem eines: eine gigantisch teure Liebesgeschichte, die einen wahnsinnigen Aufwand betreibt, um letztlich nur doch doch wieder in alte Muster zurückzufallen.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: Titanic Land: USA Jahr: 1997 Regie: James Cameron Darsteller: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Billy Zane Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★½☆☆☆☆☆ 

VN:F [1.9.2_1090]
Leser: 6.0/10 (1 Bewertung eingegangen)
Titanic, 6.0 out of 10 based on 1 rating

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