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The Game

Dienstag, 11. März 2014 · Autor: bdm

the_game_sceneMit “Sieben” und “Fight Club” hat David Fincher innerhalb von nur vier Jahren zwei der interessantesten Thriller der 90er vorgelegt. “The Game” liegt zeitlich dazwischen und weist was Inszenierung und Grundstimmung angeht auch viele Parallelen zu diesen Klassikern auf, scheitert aber an seiner maßlosen Überkonstruiertheit und ganz besonders der wüst zusammengestoffelten Schlußviertelstunde. Die Handlung in aller Kürze: der erfolgreiche Investmentbanker Nicholas van Orton (Michael Douglas) bekommt von seinem finanziell weniger gut aufgestellten Bruder Conrad (Sean Penn) zum Geburtstag den Gutschein für ein ominöses Spiel geschenkt, mit dem eine noch ominösere Firma etwas Farbe in den Alltag solventer Kunden zu bringen verspricht. Weder Spielregeln noch Startschuß werden dem skeptischen van Orton mitgeteilt, nur das: Ziel des Spiels ist es, herauszufinden, was das Spiel ist. Es dauert nicht lange, bis eine Reihe merkwürdiger Vorkommnisse den jobfixierten Kontrollfreak gehörig aus dem Alltagstakt bringen. Als er plötzlich sogar von Bewaffneten gejagt wird, stellt sich die große Frage, ob das alles noch noch zum Spiel gehört oder nicht schon längst tödlicher Ernst ist. “The Game” ist durchgehend aus der unwissenden Perspektive der Hauptfigur erzählt und funktioniert damit im Grunde wie ein klassischer Paranoiathriller – mit dem Unterschied, dass die Handlung in diesem Fall aus einer (vermeintlich) spielerischen Situation heraus in Gang gesetzt wird. Je weiter die Story voranschreitet, desto mehr mißtraut man seinen eigenen Schlüssen, was weniger der Raffinesse des Drehbuchs geschuldet ist, als vielmehr der Tatsache, das es einfach ins Blaue hineingeschrieben ist und irgendwann jede (Film-)Logik über Bord wirft – die billigste Methode, Spannung aufzubauen. Auch eine psychologische Handlungsebene rund um den Selbstmord von van Ortons Vater entpuppt sich als eine reines Täuschungsmanöver, das von Anfang an zwar bedeutungsschwanger eingesetzt the_game_coverwird, sich letztlich aber im Nichts verläuft. Was in “Sieben” und “Fight Club” also mehr oder weniger gut funktioniert hat – hier tut es das nicht. Am Ende ein Film, der bei der zweiten Sichtung schon nicht mehr viel zu bieten hat.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: The Game Land: USA Jahr: 1997 Regie: David Fincher Darsteller: Michael Douglas, Deborah Kara Unger, Sean Penn Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★★☆☆☆☆☆ 

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