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Tag der Rache

Mittwoch, 11. August 2010 · Autor: bdm

tag_der_rache_sceneKarge Interieurs, minimalistisches Schauspiel, kunstfertiger (da stummfilmerprobter) Einsatz von Licht und Schatten – und über allem: eine fast andächtige Stille. Konzentriert und stilistisch extrem verknappt nähert sich Carl Theodor Dreyer in “Tag der Rache”, entstanden 1943 im besetzten Dänemark, dem frühneuzeitlichen Phänomen des Hexenwahns. Dieser ist für ihn das Produkt zwischenmenschlicher Verwerfungen: die Scheiterhaufen brennen, weil Neid, Egoismus und Herrschsucht die Flammen am Leben erhalten. Das alles zeigt Dreyer am Beispiel einer von dunklen Geheimnissen umgebenen Pfarrerfamilie, deren traute Idylle am Anfang nur leichte Risse zeigt, sich dann aber in kürzester Zeit in einen Albtraum verwandelt. Doch so bestechend die Bildsprache auch ist, der Film hat seine Schwächen. Die Psychologie der Charaktere ist nicht immer schlüssig, das Ende überhastet, der ein oder andere Dialog schlicht überflüssig. Besonders interessant ist natürlich die Figur des schuldgeplagten Protestantenpredigers, tag_der_rache_coverder an seiner moralischen Ambivalenz zu zerbrechen droht und damit bereits auf einen anderen Großen des skandinavischen Kinos hinweist: Ingmar Bergman.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: Vredens dag Land: Dänemark Jahr: 1943 Regie: Carl Theodor Dreyer Darsteller: Thorkild Roose, Lisbeth Movin, Sigrid Neiiendam Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★★★★☆☆☆ 

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