Sleepers
Ein “Sleeper” ist ein Kind bzw. ein Mensch, der in seinem Leben die unerfreuliche Bekantschaft mit einer Jugendstrafanstalt machen musste. Dabei hatten diese Einrichtungen in den 60er Jahren wenig mit den heutigen gemein. Die Strafanstalt, in welche die Freunde Shakes, Tommy, Michael und John gesteckt werden, gleicht eher einem Knast für Erwachsene als einer Stätte der Läuterung, in der der Weg zurück auf den tugendhaften Pfad gelernt wird. Ganz schuldlos sind die vier nicht in das Wilkinson-Heim gekommen. Aus einem Jux heraus wurde einem Hot-Dog Verkäufer sein Wagen nebst der Ware entwendet. Die schlecht geplante Aktion endete damit, dass der Wagen einen Treppenabgang zur U-Bahn abwärts raste und einen Passanten schwer verletzte. Immerhin müssen sie dafür 12 bzw. 18 Monate einsitzen – und das als Kinder. Was dann folgt, entzieht sich jedem vorgesehenen Strafmaß. Besonders vier Wärter, angeführt vom sadistischen Sean Nokes (Kevin Bacon), machen den Insassen das Leben zur reinen Hölle. Schläge, Erniedrigungen am laufenden Band bis hin zu Vergewaltigung gehören zum traurigen Alltag. Ein Entkommen gibt es nicht. Denn: wer würde die Geschichte schon glauben und dann auch etwas dagegen unternehmen können? 13 Jahre nach diesen Geschehnissen setzt der Film von Barry Levinson (”Rain Man”, “Inside Hollywood”) wieder an. Inzwischen erwachsen geworden, können die Geschehnisse logischerweise nicht vergessen sein und die große Rache kann geplant und durchgeführt werden. Dabei begeht Levinson, gewollt oder ungewollt spielt dabei keine Rolle, einen Fehler. Denn wo die Story zu Beginn noch realistisch wirkt, wird sie mit dem Break der besagten 13 Jahre nach den Geschehnissen im Heim immer unrealistischer, um nicht zu sagen total unglaubwürdig. Denn wie die vier mit ihren eher bescheidenen Mitteln den Spuk vergangener Tage auszulöschen versuchen, nimmt ihnen keiner ab. Das ist insofern schade,
als die erste Hälfte des Films sehr spannend und top gespielt ist. Nicht zuletzt arbeitet Levinson auch sehr gut heraus, was es bedeutet, als Kind etwas zu erleben was einen das restliche Leben begleitet und belastet. Hätte der Film sein hohes Anfangsniveau gehalten, so wäre er ein ganz Großer geworden.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Sleepers Land: USA Jahr: 1996 Regie: Barry Levinson Darsteller: Robert De Niro, Kevin Bacon, Brad Pitt, Dustin Hoffman, Billy Crudup Weitere Infos: IMDB, Amazon
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