Riff-Raff
In diesem Film von Ken Loach geht es in die tiefen Niederungen der britischen Arbeiterklasse hinab. Dort scheinen sich dann doch eher die einfachen Gemüter zusammengefunden zu haben, grundsätzlich total nett aber nicht allzu helle. Es bleibt neben dem täglichen Überlebenskampf um ein paar Pfund vielleicht auch einfach nicht die Zeit dazu, sich über seinen eigenen, sehr begrenzten Kosmos großartig Sorgen zu machen. Jedenfalls ist Stevie (Robert Carlyle) heilfroh darüber, dass er überhaupt einen Job auf dem Bau bekommen hat – die Knastvergangenheit lässt grüßen. Viel Geld kommt da zwar nicht herum und auf Arbeitssicherheit wird sowieso kein müder Penny gegeben, dennoch ist er froh überhaupt arbeiten zu können. Nicht zuletzt trifft er dort Schicksalsgenossen, mit denen er gut auskommt. Zudem lernt er die völlig talentlose und recht abgewrackte Sängerin Susan kennen – eine Liebe, bei der sich weniger die Gegensätze anziehen, sondern eher das Motto “Gleich und Gleich gesellt sich gern” gilt. Gemeinsam soll nun einer glanzvollen Zukunft nichts mehr im Wege stehen, was sich aber als schwieriger herausstellt, als man sich das gedacht hat. “Riff-Raff” will sozialkritisch sein, der Plot ist ja auch geradezu prädestiniert dafür, was aber durch seinen teils flapsigen Erzählton und Humor nicht zum Tragen kommt.
Irgendwie sind einem die Figuren auch völlig egal mit ihrem Schicksal. Es besteht keine Chance, eine Bindung zu dem Gezeigten aufzubauen, dazu fehlt es an einem Sympathieträger. Fataler kann so etwas für solche eine Art Film nicht sein. Ein netter Versuch, der aber fast auf ganzer Strecke scheitert.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Riff-Raff Land: UK Jahr: 1991 Regie: Ken Loach Darsteller: Robert Carlyle, Emer McCourt, Jim R. Coleman Weitere Infos: IMDB, Amazon
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