Plug & Pray
Das Zeitalter der intelligenten Maschinen bricht an und wird in den nächsten Jahrzehnten für grundlegende Umwälzungen sorgen. Für seine Standortbestimmung “Plug & Pray” hat Dokumentarfilmer Jens Schanze Spitzenforscher der Computertechnologie, Robotik und Künstlichen Intelligenz in Japan, Deutschland, den USA sowie Italien besucht. Deren einigendes Band: große Visionen gepaart mit einem unbändigen Fortschrittsoptimismus. Damit haben sie zumindest dem Film schon etwas voraus, denn Schanze macht zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Seine Fragen gehen nicht genug in die Tiefe, die Antworten seiner Gesprächspartner fallen zwangsläufig oberflächlich aus. Texteinblendungen informieren den Zuschauer darüber, dass hier ungeheure Fördersummen in Bewegung sind, doch wird diesen Geldströmen nicht nachgegangen. Die gesamte militärische Forschung beispielsweise wird mal eben so im Vorbeigehen thematisiert. Sehr viel mehr Zeit widmet “Plug & Pray” seinem heimlichen Protagonisten Joseph Weizenbaum. Der Informatikpionier und ehemalige Professor am MIT wird schon im Vorspann als Sympathieträger aufgebaut, wenn er sich über die Boot-Probleme seines Mac ärgert. Er soll die humanistische, lebensweise Gegenposition zum Machbarkeitswahn der Kollegen einnehmen.
Doch auch hier kaum Substanz, wenig Argumente, viel großväterlich wirkende Bruddelei. Als Kritiker fehlt dem 85-Jährige einfach die intellektuelle Schärfe etwa eines Erwin Chargaff. So überwiegt letztlich die Enttäuschung: “Plug & Pray” gibt einen passablen Ersteinblick, wird seinem wichtigen, hochinteressanten Thema letztlich aber nicht gerecht.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Plug & Pray Land: Deutschland Jahr: 2010 Regie: Jens Schanze Weitere Infos: IMDB
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