New Jack City
Marion Van Peebles “New Jack City” ist so etwas wie die afroamerikanische Version von “Scarface”. Statt Tony Montana heißt der Drogenkönig hier Nino Brown (Wesley Snipes) – ein dauer-overdresster Aufsteigertyp, für den Geld alles ist, was zählt. Bald schon reichen ihm die kleinen Fische nicht mehr und er macht sich daran, die große Kohle abzugreifen. Zudem bietet der schmierige Straßenhandel natürlich immer das Risiko, entweder von der Polizei oder einem x-beliebigen Junkie angegangen zu werden. Nino Browns Lösung: er kauft einen kompletten Gebäudekomplex mitten in New York und verwandelt ihn ihn in ein modernes Sodom und Gomorra. Eine Stadt in der Stadt, in der Drogen nicht nur produziert und verschnitten, sondern auch gleich vor Ort vertickt werden. Kleine Ermittler, die keinen blassen Schimmer von den Gesetzen der Straße haben, können in in einem solchen Viertel schnell unter die Räder kommen: spezielle Verbrecher erfordern nun mal spezielle Polizisten. In diesem Film ist das Ice-T, der in der Wahl seiner Mittel nicht unbedingt zimperlich ist, es aber als einziger mit Nino Brown aufnehmen kann. Was “New Jack City” einen hohen Unterhaltungswert gibt ist nicht zuletzt die ungefilterte Trashigkeit, die ja nicht gerade wenigen vergleichbaren Filme aus den Anfängen der 90er Jahre anhaftete. Die Sprüche, die damals besonders cool wirken sollten wirken heute phasenweise schlicht albern, von der Musik ganz zu schweigen.
Und so verwundert es auch nicht, dass hier ein Klischee nach dem anderen auf der Mattscheibe auftaucht und alles irgendwo maßlos überzogen wirkt. Ein unterhaltsamer Film ist es allemal, doch bleibt “New Jack City” insgesamt zu stark in seiner Zeit verhaftet
und kann darüber hinaus keine Impulse setzen.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: New Jack City Land: USA Jahr: 1991 Regie: Mario Van Peebles Darsteller: Wesley Snipes, Ice-T, Allen Payne Weitere Infos: IMDB, Amazon
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