Nachtasyl
Da hat sich schon eine komische Gemeinschaft zusammengefunden in der überteuerten, windschiefen Baracke. Diebe gesellen sich zu Huren, Falschspielern oder schlicht Personen, die mit ihrem ehrlichen Handwerk nicht so recht über die Runden kommen. Kein Wunder also, dass die Tristesse in den Räumlichkeiten greifbar ist und man meist nicht darüber hinaus kommt, ein paar Kupfermünzen für den nächsten Schnaps zusammenzuklauben, um dem Übel wenigstens kurzzeitig zu entfliehen. Als aber eines Tages ein alter, verknitterter Mann auftaucht, scheint sich die Lage, zumindest vordergründig, zu ändern. Die großen Lebenspläne hat er zwar nicht in der Tasche, aber immerhin gibt er dem ein oder anderen ein bisschen Mut. Es ist beeindruckend, wie Akira Kurosawa praktisch nur in einem einzigen zentralen Raum die verschiedenen Schicksale zu einer grotesken Leidensgemeinschaft zusammenfügt und dabei keine Langeweile aufkommen lässt. Zwar drehen sich die Gespräche letzten Endes immer um dasselbe, dennoch folgt man dem Gezeigten – auch dank der überzeugenden Darstellung der Schauspieler – ohne zu ermüden.
Was man Film sicherlich ankreiden kann, ist, das er wenig Substanz hat, was auch an den Charakteren liegt die sich im wahrsten Sinne des Wortes den Verstand weggesoffen zu haben scheinen. Besonders tiefgehende Gespräche entstehen unter solchen Bedingungen natürlich nicht.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Donzoko Land: Japan Jahr: 1957 Regie: Akira Kurosawa Darsteller: Toshirô Mifune, Isuzu Yamada, Kyôko Kagawa Weitere Infos: IMDB, Amazon
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