Lincoln (2012)
Wollte man Steven Spielberg neuestes Historienepos mit wenigen Worten beschreiben, so würden die folgenden es vollends auf den Punkt bringen: Bla Bla. “Lincoln” ist damit nicht wirklich als schlecht zu bezeichnen. Wie immer aus dem Hause Spielberg, ist der Film technisch makellos umgesetzt und die authentischen Kostüme und Settings tun ihr Übriges. Als absolutes Sahnehäubchen gibt es auch en masse tolle Schauspieler zu bewundern, die sich selbst in den kleinsten Nebenrollen noch ein Stelldichein geben. Herausstechen tun dabei natürlich Tommy Lee Jones und die ewig besorgte Heulsuse Sally Field. Angeführt werden sie aber von einem mächtigen Daniel Day-Lewis, der einen glauben lässt, einfach nur Archivaufnahmen des echten Lincoln zu sehen. All diese Vorzüge täuschen aber über die zwei Kritikpunkte nicht hinweg, die den Film zu einer durchaus zähen, bisweilen langweiligen Angelegenheit werden lassen: Die Dauer von ca. 152 Minuten und die mit der Thematik einhergehende Tatsache, dass zu ungefähr 90% nur über Politik geredet wird, lang, ausführlich, manchmal langsam. Wer sich nicht für amerikanische Geschichte, insbesondere die politische, interessiert, wird hier zu kämpfen haben mit der äußerst detaillierten Aufarbeitung der Ereignisse, die letztendlich zur Beendigung des Bürgerkrieges und der Sklaverei geführt haben. Einzig zum Ende hin nimmt der Film nochmals Fahrt auf, um in einer äußerst gelungenen
und spannenden Abstimmungsszene seinen Höhepunkt zu finden. Danach wird dem charismatischen Präsidenten noch ein pathetisches Abschlussdenkmal errichtet und gut ist. Für jene, die sich auf die Thematik einlassen können, stellt “Lincoln” ein absolutes Highlight dar, für alle anderen nur einen hübsch anzusehenden, grandios
gespielten, zähen Brocken. Bla.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Lincoln Land: USA Jahr: 2012 Regie: Steven Spielberg Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn Weitere Infos: IMDB, Amazon
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