Leaves of Grass
Die Zeiten von “Fight Club” und “American History X” scheinen vorbei zu sein: Edward Norton hatte in den letzten Jahren kein sehr glückliches Händchen bei seiner Rollenwahl. Ob “San Fernando Cowboy”, “Der bunte Schleier” oder “Das Gesetz der Ehre” – das waren alles gut gespielte, aber immer nur zur Hälfte gelungene Filme, denen das besondere Etwas fehlte und die nicht zu Unrecht ziemlich wenig Aufmerksamkeit bekamen. In “Leaves of Grass” von Tim Blake Nelson (”Die Grauzone”) ist er nun in einer Doppelrolle zu sehen, als eloquenter Philosophieprofessor Bill einer- und dessen kleinkrimineller Zwillingsbruder Brady andererseits. Diese grundverschiedenen Charaktere verkörpert Norton – wie zu erwarten war – auf äußerst sehenswerte Weise, aber auch in diesem Fall ist es vor allem das Drehbuch, das seiner Darstellung einen Strich durch die Rechnung macht. Der Rollentausch der Brüder schlingert irgendwo zwischen Komödie, Krimi, Drama und Romanze umher,
ohne dass die Fäden zu irgendeinem Zeitpunkt schlüssig zusammengeführt werden. Zum Ende hin wird es dann auch noch recht blutig, was aber erst recht nicht zum bis dahin angeschlagenen Ton passen will. Und so bleibt es dabei: Nortons Filmographie liest sich immer mehr wie eine Chronologie
der verpassten Möglichkeiten.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Leaves of Grass Land: USA Jahr: 2009 Regie: Tim Blake Nelson Darsteller: Edward Norton, Keri Russell, Henry Max Nelson Weitere Infos: IMDB, Amazon
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