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Le conseguenze dell’amore

Mittwoch, 16. Dezember 2009 · Autor: bdm

le_conseguenze_dell_amore_sceneIch denke man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man Paolo Sorrentino zu den vielversprechendsten Regisseuren des jungen europäischen Kinos zählt. Zu seinen Markenzeichen zählen die ungemein eleganten Bilder ebenso wie die sehr außergewöhnliche, eigenständige Musikverwendung von Klassik bis Electronica. Spätestens seit der stilvollen Politsatire “Il Divo” dürfte klar sein, dass Sorrentino auch thematisch äußerst variabel ist. Bereits 2004 ist “Le conseguenze dell’amore” entstanden, ein ebenso hypnotischer wie rätselhafter Film, der in kein Schema passen will. Im Mittelpunkt steht der angegraute Einzelgänger Titta Di Girolamo (ganz groß wieder einmal: Toni Servillo), der seit 8 Jahren in einem Schweizer Luxushotel wohnt, gelegentlich Dienstfahrten für die Cosa Nostra erledigt und sich sonst die Zeit mit Grübelei und Kartenspiel vertreibt. In Apathie und Langeweile versunken, freundet er sich mit der schönen Kellnerin Sofia (Olivia Magnani) an – eine Bekanntschaft, die tragisch enden wird. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich “Die Folgen der Liebe” durchaus als Mafiafilm bezeichnen, doch liegt der Fokus sehr viel stärker auf der charakterlichen Entwicklung der Hauptfigur. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, dem 8 Jahre seines Lebens gestohlen wurden und der irgendwann einfach nicht mehr weitermachen will und sich dem Dasein total verweigert. le_conseguenze_dell_amore_coverDoch Sorrentino wäre nicht Sorrentino, wenn er diesem schweren Stoff nicht auch komische Seiten abgewinnen und gerade die bedeutungsschwangersten Szenen in schöner Regelmäßigkeit ironisch brechen würde.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: Le conseguenze dell’amore Land: Italien Jahr: 2004 Regie: Paolo Sorrentino Darsteller: Toni Servillo, Olivia Magnani, Adriano Giannini Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★★★★☆☆☆ 

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