La Antena
Die Qualität der Filme auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest ist meist überschaubar – hin und wieder ist die Veranstaltung aber doch für eine faustdicke Überraschung gut. So auch im Falle von „La Antena“, einer äußerst beeindruckenden Produktion aus Argentinien. Der Mediendiktator Mr. TV hat den Einwohnern der “Ciudad sin voz” die Fähigkeit genommen zu sprechen. Der letzte Mensch mit einer Stimme, eine rätselhafte Sängerin, soll ihm als Werkzeug dienen, um mittels einer Massenhypnose nun auch noch die Wörter zu stehlen und damit die totale Kontrolle zu übernehmen. Es ist weniger seine simple humanistische Botschaft die diesen Film so besonders macht, als vielmehr die wirklich atemberaubende Umsetzung. “La Antena” ist eine gigantische Collage in Schwarzweiß, in der nur einige wenige Sätze gesprochen werden und die damit fast ausschließlich von José Luis Díaz’ Kompositionen getragen wird. Ein moderner Stummfilm gewissermaßen, aber angereichert mit Elementen aus Comic und Film Noir sowie zahlreichen visuellen Kunstgriffen. So werden die Dialoge (im Film wird von den Lippen gelesen) in dynamischen Textzeilen dargestellt, die ihrerseits wieder ins Geschehen eingebunden sind.
Einmal bläst Mr. TV ein fehlendes “o” als Rauchkringel in seinen Text, an anderer Stelle spucken Maschinengewehre Buchstaben statt Kugeln – mit derselben tödlichen Wirkung. Im Gegensatz zum optisch verwandten “Sin City” sind in “La Antena” jedoch so gut wie keine Gewaltszenen zu sehen sind. Wer schon immer mal wissen wollte wie wohl ein Stummfilm von Jeunet und Caro aussehen würde, der sollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: La Antena Land: Argentinien Jahr: 2007 Regie: Esteban Sapir Darsteller: Alejandro Urdapilleta, Valeria Bertuccelli, Julieta Cardinali Weitere Infos: IMDB, Amazon
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