Koyaanisqatsi
Eine der Übersetzungsmöglichkeiten des Wortes “Koyaanisqatsi” aus der Sprache der Hopi-Indianer lautet: “Leben im Ungleichgewicht”. Was auch immer Godfrey Reggio mit diesem meditativen Film letzten Endes genau sagen wollte (wie so oft liegt die Deutungshoheit selbstredend beim Zuschauer) – die Bilder wirken wie ein Sog, dem man sich schwerlich entziehen kann. Angefangen von schönen Natur-, Luft-, und Wasseraufnahmen über monströse Industriebauwerke bis schließlich zu den Menschen selbst. Menschen, die in riesigen Städten wie Ameisen wirken und nicht mehr agieren, sondern nur noch reagieren können. Menschen, die den selbstgeschaffenen Gottheiten nichts entgegensetzen können und die genau deshalb chancenlos wirken. Godfrey Rush arbeitet sehr geschickt mit schnell geschnittenen Sequenzen, ruhigen Momenten und gelungenen Zeitraffer-Aufnahmen. Um die Wirkung der Bilder noch weiter zu verstärken und zu untermalen, ist Philip Glass ein wahrhaft meisterlicher Soundtrack gelungen. Mystisch angehaucht, mal klassisch, mal experimentell –
aber auf jeden Fall passend. Absolut großartig. Gesprochen, geschweige denn kommentiert wird in dieser Experimental-Dokumentation nicht. Dies ist auch absolut nicht vonnöten, da eine Sprecherstimme mehr gestört als aufgewertet hätte. “Koyaanisqatsi” stellt den ersten Teil einer Trilogie von Filmen dar, die allesamt in diesem Stil gehalten sind.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Koyaanisqatsi Land: USA Jahr: 1998 Regie: Godfrey Reggio Weitere Infos: IMDB, Amazon
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