Kaltblütig
Informationen aus zweiter Hand sind meist nicht sonderlich viel Wert. Oder, wie im Fall von Perry (Robert Blake) und Dick (Scott Wilson) – ein kompletter Reinfall. Dabei ist der geplante Überfall des Duos eine einfache Sache. In einem abgelegenen Farmhaus soll sich angeblich ein Tresor befinden, der eine nicht zu verachtende Summe Bargeld behinhaltet- so zumindest die Information eines Zellengenossen. Das Unterfangen gerät jedoch zum totalen Desaster, das die beiden kein Stück reicher und noch dazu zu Mehrfachmördern macht: die Farmerfamilie wird kurzerhand umgebracht. Das Brisante an diesem Film ist die Tatsache, dass er auf wahren Begebenheiten beruht. Schon wenige Jahre, nachdem der Fall von Truman Capote in dessen gleichnamigem Roman in literarischer Form aufgearbeitet wurde, macht sich der bekannte Regisseur Richard Brooks 1967 daran, die düstere Geschichte auch für die Leinwand aufzubereiten. Kein leichtes Unterfangen, nach den Beweggründen, vor allem für das sinnlose Abschlachten der Familie zu forschen. Brooks hat auf jeden Fall gut daran getan, keinen simplen Thriller abzudrehen, für den sich der Stoff ja gut geeignet hätte. Vielmehr hat er eine ganz eigene Mischung aus Drama-Elementen und dem sachlichen Stil einer Dokumentation gefunden. Gerade diese Nüchternheit macht den Charme des Films aus, der die Täter weder verurteilt noch abwertet, sondern sie eher verstehen will.
Neben der richtigen Erzählform hat Brooks auch die passenenden, stilsicheren Schwarzweißbilder gefunden, die von Quincy Jones’ Score und sparsamen, aber dafür umso effektvolleren Rückblenden abgerundet werden. “Kaltblütig” – ein formvollendes Werk in jeder Hinsicht und ein Film, an dem es rein gar nichts zu kritisieren gibt.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: In Cold Blood Land: USA Jahr: 1967 Regie: Richard Brooks Darsteller: Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe Weitere Infos: IMDB, Amazon
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