Jugend ohne Jugend
Faustgeschichte, mystisches Brimborium und Romanze in einem: in “Jugend ohne Jugend” will Francis Ford Coppola (”Der Pate”, “Apocalypse Now”) hoch hinaus. Zu hoch. Seine Verfilmung des gleichnamigen Romans des rumänischen Religionsphilosophen Eliade Mircea ist vielfach verschachtelt und äußerst sperrig, inhaltlich nach allen Seiten offen und bis zuletzt vor allem eines: sehr, sehr rätselhaft. Der frustrierte Sprachwissenschaftler Dominic Matei (Tim Roth) ist über seine Studien alt geworden und sieht im Jahre 1938 sein Ende kommen. Doch dann stellt ein Blitzschlag sein Leben wieder auf Anfang. Auf wundersame Weise verjüngt er sich und hat plötzlich übersinnliche Kräfte: eine wissenschaftliche Sensation. Von nun verfolgt der Film in mehr oder weniger episodischer Erzählweise den Weg dieses Wundermenschen durch mehrere Jahrzehnte. Er lernt die junge Veronica (hölzern: Alexandra Maria Lara) kennen und lieben. Doch auch ihr hat das Schicksal eine schwere Last aufgebürdet: in Anfällen von Besessenheit spricht sie längst ausgestorbene Sprachen und bewegt sich dabei in der Menschheitsgeschichte rückwärts. Während sie sich so der Ursprache nähert, verfällt sie körperlich. Matei muss sich entscheiden: Liebe oder Erkenntnis. “Jugend ohne Jugend” ist genau der schwere Tobak, den man angeschichts dieser Handlung erwartet. Es ist ein Film voller starker Bilder, der viele interessante Einzelideen vorzuweisen hat.
Coppola geht sogar so weit, dass er sich die Zeit für die Persiflage diverser Kinoklischees nimmt, etwa wenn er die Nazis völlig bizarre Experimente durchführen lässt. Aber als Gesamtwerk funktioniert der Film einfach nicht. Der Wust an Handlungssträngen bricht ihm das Genick.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Youth Without Youth Land: USA, Deutschland, Italien, Frankreich, Rumänien Jahr: 2007 Regie: Francis Ford Coppola Darsteller: Tim Roth, Alexandra Maria Lara, Bruno Ganz, Matt Damon, André Hennicke Weitere Infos: IMDB, Amazon
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