Movies

Iwans Kindheit

Freitag, 22. Mai 2009 · Autor: Mr. J.

iwans_kindheit_sceneAus Sicht des noch in den Kinderschuhen steckenden russischen Spähers Iwan kann der Krieg nur gewonnen werden, wenn er sich mit Herz und Verstand dem Vaterländischen Krieg zum buckelnden Untertanen macht. Dass das Kriegsgeschehen nicht spurlos an so einer jungen, reinen Seele vorbei geht, ist absehbar. Immer wieder flüchtet sich Iwan in Tagträume, die ausschließlich seine glückliche, unbeschwerte Kindheit zum Inhalt haben. Gekonnt manövriert Regisseur Andrej Tarkowskij in seinem Erstlingswerk aus dem Jahre 1962 zwischen Traum und Realität umher. Leider bleibt dabei der Handlungsverlauf stellenweise etwas auf der Strecke. Wo Traumsequenzen, die Einbindung von Originalaufnahmen aus dem 2. Weltkrieg und das meisterhaft eingefangene, verängstigte Herumstolpern Iwans in der Dunkelheit uns allemal Bewundern abnötigen, bleibt einem bei den ausgedehnten und leider auch ziemlich sinnfreien Sprechszenen der Mund darüber offen, wie man einen Film nur derart stümperhaft abwerten kann. Nichts gegen langsame oder auch vermeintlich überflüssige Filmgespräche. iwans_kindheit_coverAber wenn am Ende nur heraus kommt, ob das Essen in Ordnung ist und die neue Kleidung schön warm hält, dann erfreut das vielleicht russische Kriegsveteranen die schon in ähnlichen Situationen waren. Der geneigte Zuschauer fragt sich indes, wann der missglückte Dialog endlich ein Ende findet. Sehenswert ist “Iwans Kindheit” natürlich trotzdem, schon allein wegen der wahrlich atemberaubenden Schlussequenz.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: Ivanovo detstvo Land: Sowjetunion Jahr: 1962 Regie: Andrej Tarkowskij Darsteller: Nikolai Burljajew, Walentin Subkow Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★★★★☆☆☆ 

VN:F [1.9.2_1090]
Leser: 0.0/10 (0 Bewertungen eingegangen)

Kommentar zu diesem Beitrag