Drag Me to Hell
In “Drag Me to Hell” macht Sam Raimi (”Tanz der Teufel”, “Spiderman”) vor allem eines, und zwar höllentief in der Klischeeschublade kruschteln. Die hübsche und auch ein bisschen naive Bankangestellte Christine (Alison Lohman) verweigert einer bettelarmen Zigeunerin eine
Kreditverlängerung. Die einäugige Alte verwickelt sie nach Feierabend nicht nur in einen wilden Nahkampf, sondern verhext obendrein einen Knopf ihres Mantels. Fortan wird das unbedarfte Mädchen von Schatten, Windböen und Albträumen gepeinigt. Ein eilig konsultierter indischer Handleser leistet Aufklärungsarbeit: der Dämon Lamia treibe hier sein Unwesen, werde ihr drei Tage lang zusetzen und sie dann hinab in den Orkus schleifen. Im Rahmen einer Séance soll der Satansknecht übertölpelt werden – doch Christine hat die Rechnung ohne den Zufall gemacht. Wären da nicht die regelmäßigen Schreckmomente durch überlaute Soundeffekte, man würde den größten Teil dieses Films wohl schlicht und einfach verschlafen. Auch die mal mehr, mal weniger freiwilligen komischen Einsprengsel können nichts daran ändern, dass es “Drag Me to Hell” an einer halbwegs brauchbaren Story fehlt.
Raimi könnte den bocksfüßigen Dämon auch zwei- oder dreimal so oft auftauchen lassen, es würde ganz einfach keinen Unterschied machen. Dumm nur, dass seine billige Schockmasche schon nach wenigen Minuten ausgereizt ist und man das Ende dieses geistlosen Geisterfilms herbeisehnt. Es sagt jedenfalls viel über den Zustand des Horrorgenres, wenn so etwas mittlerweile schon zu einem Jahreshighlight hochgejazzt wird.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Drag Me to Hell Land: USA Jahr: 2009 Regie: Sam Raimi Darsteller: Alison Lohmann, Justin Long, Lorna Raver Weitere Infos: IMDB, Amazon
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