Der Typ
Fabo (Stipe Erceg) zieht plan- und ziellos durch das nächtliche Frankfurt und macht lediglich dann Halt, wenn sein Alkoholspiegel zu sinken droht und er neuen Stoff braucht. Was genau ihn antreibt, bleibt genauso im Dunkeln wie die Gassen der Mainmetropole. Eine totale Auszeit, die möglichst lange anhalten soll, um dann wieder in ein normales Leben zu gehen, könnte ein ebenso plausibler Grund sein wie die obligatorische Flucht vor sich und seiner kläglichen Existenz. Im Grunde spielt es aber keine Rolle, zu nebensächlich ist das Wieso-Weshalb-Warum. So gleicht Fabo einer Motte, die umherfliegt und sich immer an der nächsthellsten Lichtquelle orientiert, die ihr in den Blickwinkel rückt. Damit ist er natürlich nicht der Einzige – von den anderen Nachtgestalten unterscheidet er sich allenfalls durch seinen ausgeprägten Selbstzerstörungszwang. Gewollt oder ungewollt hat dieser Film von Patrick Tauss natürlich unübersehbare Parallelen zu Martin Scorseses “Zeit nach Mitternacht” aus dem Jahr 1985, in dem ebenfalls ein Typ des nachts so einige krude Vertreter der menschlichen Rasse kennenlernt. Wobei diese Kurzausgabe der Story mit ihren gerade einmal 50 Minuten Spielzeit enorm damit punkten kann, dass Stipe Erceg seine Rolle am Rande der Perfektion spielt.
Am Ende bleibt ein leichter Ärger darüber, dass alles so schnell schon wieder vorbei ist. Tja, da wurden die Fördermittel wohl mal wieder in seichtere Kost investiert, statt diesem sehr gelungene deutschen Drama finanziell unter die Arme zu greifen.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Der Typ Land: Deutschland Jahr: 2003 Regie: Patrick Tauss Darsteller: Karen Böhne, Stipe Erceg, Bernadette Heerwagen Weitere Infos: IMDB, Amazon
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