Der Knochenmann
Brenner auf dem Lande: rein zufällig schlittert der notorisch grantelige Privatdetektiv in eine Dorftragödie von geradezu grotesken Ausmaßen. Im Zentrum der morbidhumorigen Geschichte steht ein Hendlwirt, der mehr als nur eine Leiche im Keller hat und nächtens regelmäßig die Häckselmaschine brummen lässt. Josef Bierbichler spielt den groben, cholerischen Löschenkohl mit der erwarteten abgründigen Wucht, nicht von ungefähr gehören seine Tête-à-têtes mit Josef Hader (als Simon Brenner) zu den Highlights dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolf Haas. Überhaupt ist “Der Knochenmann” im besten Sinne ein sehr österreichischer Film geworden: keiner hätte diesen augenschmausigen Eintopf aus Body Horror, Thriller, Familiendrama und, ja, sogar Liebesgeschichte gekonnter zusammenrühren können als die Alpianer. Trotzdem ist auch dieser Streifen vor diversen Schwächen nicht gefeit.
Nicht nur vermisst man die markante Erzählerstimme von FM4-Moderator Hermes, die nur im Prolog kurz zu hören ist. Auch die Spannung hält sich in Grenzen, weil Regisseur Wolfgang Murnberger das kriminalistische Rätselraten zugunsten der Atmosphäre hinten anstellt.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Der Knochenmann Land: Österreich Jahr: 2009 Regie: Wolfgang Murnberger Darsteller: Josef Bierbichler, Josef Hader, Birgit Minichmayr Weitere Infos: IMDB
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