Der Busenfreund
Über den österreichischen Ausnahmeregisseur Ulrich Seidl braucht man wohl kaum mehr große Worte zu verlieren. Immer dann, wenn man glaubt schon alles gesehen zu haben, legt er noch eins oben drauf und man fragt sich nicht selten, woher er die teilweise sehr skurrilen Originale für seine Spielfilme und Dokumentationen hernimmt. Draufhalten tut er da, wo man sich am liebsten angeekelt abwenden würde – aber es dann doch nicht tut und dafür Einblicke in nicht ganz “normale” Welten erhält. Auf jeden Fall bohrt er gerne in offenen Wunden herum ohne aber seine Figuren bloßzustellen oder gar ins Lächerliche zu ziehen. Sie sind eben, wie sie sind und dafür braucht es dann auch keine störenden Erklährungsversuche seitens des Regisseurs. Mit dem Titel speziell dieser Dokumentation untertreibt Seidl allerdings ziemlich. René Rupnik ist nicht nur ein Busenfreund sondern schlicht besessen von dem offensichtlichen Merkmal der Frau, oder, wie sich René ausdrücken würde, des Weibs. An sich führt dieser Kauz ein sehr normales Leben. Pünktlich steht er vor der Klasse und unterrichtet Mathematik. Zuhause wartet eine altersschwache Mutter, für die er aber nicht allzu viel übrig zu haben scheint. Seine große Leidenschaft – er gerät regelrecht ins Schwärmen und redet sich fast schon in einen Wahn
- ist aber die Schauspielerin Senta Berger, die er für die Frau, pardon, das Weib, schlechthin hält. Diese Ausführungen über den weiblichen Körper sind sicherlich die Höhepunkte dieser Doku, wie sie wohl nur von einem Seidel abgedreht werden konnte.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: Der Busenfreund Land: Österreich Jahr: 1997 Regie: Ulrich Seidl Darsteller: Rene Rupnik Weitere Infos: IMDB, Amazon
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