Das zehnte Opfer
Eine Science-Fiction-Groteske der schrillsten Sorte, entstanden nach einer Kurzgeschichte von Robert Sheckley. Es geht um ein staatlich reguliertes Mörderspiel und dessen kommerzielle Vermarktung, um eine Gesellschaft, die so tief von marktwirtschaftlichen Prinzipien durchdrungen ist, dass sie selbst den ganz realen Tod zu einem Konsumgut unter vielen gemacht hat. Tötungen werden behördlich genehmigt, exekutiert wird im Idealfall vor malerischer Kulisse – zur besten Sendezeit und vor den Kameras zahlungskräftiger Werbepartner. Die Zivilisationskritik nach der Knüppelmethode ist nicht unbedingt die stärkste Seite dieses 1965 entstandenen Werks. Ironischerweise ist “Das zehnte Opfer” zugleich auch ein Triumph des Stils über den Inhalt. Ob Architektur, Interieurs, Mode oder Musik – Elio Petris Film zelebriert den kühlen Chic der Sixties ebenso wie die Oberfläche als ästhetische Kategorie und kann zumindest in diesem Punkt durchaus als eine Vulgärversion von Antonionis “L’eclisse” bezeichnet werden. “Das zehnte Opfer” nimmt Produktionen wie
“Das Millionenspiel”, “Rollerball” und “Running Man” vorweg, doch eine in vollem Lebenssaft stehende Ursula Andress, die in aufreizenden Kostümchen und mit dem Schießeisen in der Hand einen blondierten Marcello Mastroianni durch futuristische Stadtlandschaften jagt – das gibt es nur hier.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: La decima vittima Land: Italien, Frankreich Jahr: 1965 Regie: Elio Petri Darsteller: Marcello Mastroianni, Ursula Andress, Elsa Martinelli Weitere Infos: IMDB, Amazon
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