Bravados
Jim Douglas (Gregory Peck) ist einer dieser getriebenen Antihelden, denen man schon auf den ersten Blick die seelische Last ansieht, die sie mit sich herumschleppen. Als fast schon klassischen Fakt zu bezeichnen ist der Umstand, das seine Frau und das Kind ermordet wurden, während er fernab seiner Farm war. Seitdem streift er durch die Lande, um die Täter ausfindig zu machen und nach bester Western-Manier gleich über den Haufen zu schießen. Tatsächlich findet er in einer kleinen Stadt nahe der mexikanischen Grenze vier Verdächtige, die perfekt in das Schema passen würden, das er sich von den Verbrechern in seinem Kopf ausgemalt hat. Nur sicher kann er sich mit seiner Vermutung nicht sein, da er keinerlei Beweise für deren Schuld vorweisen kann. Dieser Western von Henry King hätte das Zeug zu einem ganz großen seiner Zunft gehabt. Eine Top-Hauptfigur und eine, wenn sie konsequent erzählt worden wäre, interessante Handlung, die sich durchaus von der üblichen Gemengelage abgehoben hätte .So stellt sich nach und nach z.B. heraus, dass Jim hinter dem falschen Halunkenpack her ist und somit in ein Dilemma gerät. Einerseits ist er der gefeierte Held, der Verbrecher ausschaltet, die so oder so genug auf dem Kerbholz haben. Auf der anderen Seite stehen das eigene Gewissen und die Rachegelüste,
die nicht befriedigt werden können. Erzählmaterial wäre zuhauf dagewesen, aber stattdessen verlässt sich der Regisseur auf die üblichen Bilder, das Übliche Hin-und-her-Gereite. Herausgekommen ist dabei schließlich ein grundsolider 08/15-Western, von dem wenig hängen bleibt.
Zusätzliche Informationen zum Film
Originaltitel: The Bravados Land: USA Jahr: 1958 Regie: Henry King Darsteller: Gregory Peck, Joan Collins, Stephen Boyd Weitere Infos: IMDB, Amazon
Redaktion:










Kommentar zu diesem Beitrag