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1984 (1956)

Donnerstag, 6. Juni 2013 · Autor: Mr. J.

1984_1956_sceneEs gehört schon einiges an Unvermögen dazu, um diesen Stoff von George Orwell so grandios in den Sand zu setzen, wie 1956 Michael Anderson. Die Grundidee des Films orientiert sich selbstredend an der Buchvorlage. Das große Manko ist aber, dass der Filmemacher offensichtlich die Dimension und Tiefe des Stoffes nicht erkannt hat. Vielmehr gleicht sein “1984″ einem Krimi, der eben mehr zufällig als gewollt in einem autoritären Staat spielt. Der Grundgedanke von Orwell findet zwar hie und da Anklang, erreicht aber zu keinem Zeitpunkt die düstere und ausweglose Dimension, die dieses Buch ja ein Stück weit ausmacht. Verstärkt wird der Blick auf die Beziehung zwischen Winston (Edmond O’Brien) und Julia (Jan Sterling) gelegt, was zwar durchaus seine Berechtigung, aber niemals eine derartige Wichtigkeit hat, wie hier dargestellt. Ausdrücklich sei an dieser Stelle vor der deutschen Version des Films gewarnt. Aus unerfindlichen Gründen würde diese Fassung mit einem alternativen Ende versehen, wie es verfälschender nicht sein könnte. Und zwar stellt sich Smith, nach der finalen Gehirnwäsche, gegen den großen Bruder und erhebt vor einem überlebensroßen Plakat Anklage gegen das Regime. 1984_1956_coverEine weitere Verfälschung ist, dass der Staatsfeind Nr. 1, Emmanuel Goldstein, einen völlig anderen Namen bekommt. Aufgrund solcher Verfälschungen und der allgemein schwachen Umsetzung sei von einer Sichtung dieses Filmes abgeraten.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: 1984 Land: UK Jahr: 1956 Regie: Michael Anderson Darsteller: Edmond O’Brien, Michael Redgrave, Jan Sterling Weitere Infos: IMDB, Amazon

Redaktion:
★★★★½☆☆☆☆☆ 

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Leser: 1.3/10 (3 Bewertungen eingegangen)
1984 (1956), 1.3 out of 10 based on 3 ratings

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