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	<title>Movie Shack &#187; Special</title>
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	<description>Kino und Filme wie nie zuvor</description>
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		<title>Berlinale 2016 &#8211; Here we go again</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Feb 2016 16:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Special]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 11. bis 21. Februar 2016 fand die 66. Berlinale statt und verzückte Kinogänger wieder mit ihrem umfangreichen und vielseitigen Programm. Unser Autor Reiskorn war wieder mit von der Partie und schildert hier seine Eindrücke.

Es geht einfach nichts über eine Presse-Akkreditierung, wenn man die Berlinale in vollen Zügen genießen möchte. Nach 2013 war es jetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2 style="text-align: left;"><img class="alignleft size-full wp-image-11588" title="Berlinale Logo 2016" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2016/02/Berlinale-Logo-20161.jpg" alt="Berlinale Logo 2016" width="150" height="150" />Vom 11. bis 21. Februar 2016 fand die 66. Berlinale statt und verzückte Kinogänger wieder mit ihrem umfangreichen und vielseitigen Programm. Unser Autor Reiskorn war wieder mit von der Partie und schildert hier seine Eindrücke.</h2>
<p><span id="more-11568"></span></p>
<p>Es geht einfach nichts über eine Presse-Akkreditierung, wenn man die Berlinale in vollen Zügen genießen möchte. Nach 2013 war es jetzt zum zweiten Mal der Fall, dass ich das Privileg hatte, mir einen roten Ausweis um den Hals hängen zu dürfen. Vieles fühlte sich in diesem Jahr vertraut an, einige Kleinigkeiten waren anders. Am Ende war ich wieder froh darüber, diese Anstrengung hinter mich gebracht zu haben &#8211; und unendlich traurig.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11569" title="Akkreditierung" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2016/02/Akkreditierung.JPG" alt="Akkreditierung" width="530" height="349" /></p>
<h2><strong>Die Arbeit ruft &#8211; mit George Clooney &amp; Jella Haase</strong></h2>
<p>Die größte Veränderung im Vergleich zu den Vorjahren betraf mich persönlich: Ich hatte mir dieses Mal vorgenommen, neben vielen Filmen und noch kommenden Kurzkritiken auch etwas anderes zu probieren und ein wenig journalistisch tätig zu werden. Zwar hatte ich offiziell Urlaub vom meinem Job in einer Online-Redaktion genommen, weshalb ich während des gesamten Festivals absolute Narrenfreiheit genoss. Trotzdem: Im Rahmen der Berlinale publizierte Artikel helfen nicht nur ihr und meinem Arbeitgeber, sondern auch mir mit neuen Erfahrungen, der Vergrößerung meines sichtbaren Outputs und hoffentlich der erhöhten Chance, nächstes Jahr wieder dabei sein zu dürfen &#8211; nein, wie eigennützig, wie ich gestehen muss.</p>
<p>Stargespickte Pressekonferenzen waren meine erste Anlaufstelle. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Meryl Streep als Teil der internationalen Jury sehr schnell sehr langweilig fand und deshalb alle Hoffnungen auf die &#8220;Hail, Caesar!&#8221;-Konferenz im Anschluss setzte. Dummerweise wollte ich vorher den Film sehen &#8211; danach konnte ich mich glücklich schätzen, überhaupt noch in einer hinteren Ecke einen Stehplatz gefunden zu haben. Als neben vielen anderen Stars auch George Clooney den Raum betrat und loslegte, waren die ersten Anstrengungen schnell vergessen: Dieser Mann ist ein absoluter Medienprofi und beherrscht einen Saal mit hunderten Pressevertretern im Alleingang. Charisma und viel Witz &#8211; Clooney überzeugte auf ganzer Linie. Dankenswerterweise ließ er in einem Nebensatz verlauten, dass er sich mit Angela Merkel zum Thema Flüchtlingskrise treffen wollte &#8211; und damit war meine erste Aufgabe erfüllt. Schnell das Zitat an die Redaktion geschickt, die daraus als eine der ersten in Deutschland <a href="http://www.purestars.de/artikel/george-clooney-trifft-angela-merkel-hilft-der-berlinale-star-til-schweiger_a12222/1">einen Artikel bastelte.</a> Erste Pflicht erfüllt, weiter geht&#8217;s!</p>
<p>Interviews wollte ich eigentlich auch gerne führen. Leider war ich viel zu spät dran mit meinen Anfragen, weshalb es bis auf eine Ausnahme gar nicht geklappt hat. Netterweise konnte ich aber ein Gespräch mit Jella Haase ergattern, die im Rahmen der Berlinale als &#8220;Europäischer Shooting Star&#8221; ausgezeichnet wurde. Eigentlich sollte es nur ein Gruppeninterview mit mehreren Schauspielern und Journalisten werden &#8211; aber aus einem mir unerklärlichen Grund fing man damit viel früher und ohne mich an. Das war mein Glück, denn auf Nachfrage wurde mir einfach etwas später ein Einzelgespräch mit dem &#8220;Fack ju Göhte&#8221;-Star gewährt &#8211; <a href="http://www.purestars.de/artikel/jella-haase-exklusiv-fack-ju-gohte-star-uber-traume-styles-madelsabende_a12274/1">das Ergebnis kann man hier nachlesen.</a> Nach einem kurzen inoffiziellen Abstecher ins Büro, galt es nur noch eines zu tun: Filme gucken bis zum Unfallen.</p>
<div id="attachment_11571" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11571" title="Mo &amp; Jella Haase" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2016/02/Mo-Jella-Haase.JPG" alt="Mo &amp; Jella Haase" width="530" height="310" /><p class="wp-caption-text">Meeting Jella Haase</p></div>
<h2><strong>Schnarchnasen im Forum </strong></h2>
<p>Gut, es war zwei Jahre her seit meiner letzten Presseakkreditierung und in der Zwischenzeit war ich durch <a href="http://movie-shack.de/berlinale-2014-06-02-16-02-2014-einmal-jury-und-zurueck.html">meinen Gig als Teil einer Leserjury</a> auch ein wenig verwöhnt. Deshalb fiel mir eine kleine Änderungen gleich besonders schlimm auf: Der Ticket-Counter öffnete dieses Mal früher seine Pforten und zwar pünktlich um 8 Uhr &#8211; das hieß also im Vorfeld noch früher aufstehen. Das mag eigentlich nach keiner unmenschlichen Zeit klingen. Aber wenn man anschließend einen 19-Stunden-Tag durchziehen wollte und das für zehn Tage am Stück, dann machte sich das schnell bemerkbar.</p>
<p>Wenn der Film dann nicht gerade mit Spannung und großen Emotionen punkten kann, wurde es wirklich kritisch &#8211; ganz besonders in der Forums-Sektion, in der für gewöhnlich die vergleichsweise anspruchsvolleren Filme liefen. Im Laufe der Tage hatte ich zwar regelmäßig mit Müdigkeit und Sekundenschlaf zu kämpfen gehabt. Aber bei filmischen Schlaftabletten wie &#8220;Deadweight&#8221; oder &#8220;Rio Corgo&#8221; schien gleich der ganze Saal kollektiv eingenickt zu sein. Besonders im letzteren Film wurde es deutlich: Links ließ eine Frau mit geschlossenen Augen den Kopf hängen, rechts war ein Mann im Sessel heruntergerutscht &#8211; und von irgendwoher war ein lautes Schnarchen zu vernehmen. Ich hoffe wirklich, dass die anwesenden Filmemacher nichts davon mitbekommen haben. Zur heiteren Ehrenrettung der Sektion eilte zumindest &#8220;Barakah meets Barakah&#8221; herbei &#8211; eine romantische Komödie aus Saudi-Arabien, wo noch heute der Bau von Kinos untersagt ist.</p>
<div id="attachment_11577" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11577" title="Barakah Meets Barakah" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2016/02/Barakah-Meets-Barakah.jpg" alt="Barakah Meets Barakah" width="530" height="277" /><p class="wp-caption-text">Barakah meets Barakah</p></div>
<h2><strong>Wo der Bär wirklich steppte</strong></h2>
<p>Zugegeben, es gab viele langweilige, verwirrende und damit einfach nur ärgerliche Filme zu &#8220;bestaunen&#8221; &#8211; aber zum Glück auch genauso viele sehenswerte Streifen und sogar einige Highlights, die entsprechend vom Publikum honoriert wurden. Das ist ja das Tolle an der Berlinale: Abgesehen von ein paar Ausnahmen schaffen es die Zuschauer sich einmal im Jahr halbwegs im Saal zu benehmen, nicht zu sehr zu nerven und dabei auch noch engagiert bei der Sache zu sein. Es entsteht jedes Mal aufs Neue ein gänzlich anderes Erlebnis, wenn vor und nach dem Screening geklatscht wird. Und viel spannender wurde, wenn es einfach kein Halten gab.</p>
<p>Beim israelisch-palästinensischen &#8220;Junction 48&#8243; in der Panorama-Sektion war dies der Fall. Die unterhaltsame wie bewegende Mischung aus &#8220;8 Mile&#8221; und &#8220;La Haine&#8221; vor brisantem politischen Hintergrund sorgte für wahre Begeisterungsstürme im Saal, Applaus, der den ganzen Abspann über anhielt und Standing Ovations inklusive. Auch wenn dies die einzige Vorstellung zum Film war, der ich beiwohnte, so muss es bei den anderen Screenings ähnlich abgelaufen sein: &#8220;Junction 48&#8243; gewann nämlich den Publikumspreis.</p>
<div id="attachment_11578" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><img class="size-full wp-image-11578" title="Junction 48" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2016/02/Junction-48.jpg" alt="Junction 48" width="530" height="223" /><p class="wp-caption-text">Junction 48</p></div>
<p>Ebenfalls immer wieder hinreißend mitzuerleben sind die Filme und anschließenden Fragerunden in der Generation, also der Kinder- und Jugendfilmabteilung. Das junge Publikum ist im Durchschnitt einfach viel frenetischer und aktiver in allen Belangen. Als nach dem recht amüsanten &#8220;Jamais Contente&#8221; wider der anfänglichen Ankündigung mit drei Teenie-Jungs ein Teil der Besetzung auftauchte, ging das unterhaltsamste Q&amp;A der Berlinale los: Die charmanten Franzosen versuchten mit ihrem Akzent möglichst viel auf deutsch zu sprechen, gaben eine Gesangseinlage zum Besten und boten sich den zahlreichen Mädchen im Saal für etwaige Dates an &#8211; die Moderatorin befeuerte die gute Stimmung mit Fragen nach deren Beziehungsstatus nur noch mehr. Auch vor dem Saal sollte damit nicht Schluss sein. Dafür, dass es sich um relative Unbekannte handelte, war der Auflauf um sie enorm. Und dann gab es noch den neuen Film von Michael Moore &#8220;Where to Invade Next&#8221;, eine Mockumentary, die natürlich weniger Wissen vermittelt, als wieder einmal genüsslich auf den USA herumhackt. Sicherlich nicht ganz unproblematisch, aber extrem unterhaltsam &#8211; das Publikum goutierte das mit Applaus und Gelächter gefühlt bei jeder zweiten Szene. Tolle Stimmung.</p>
<h2><strong>Bis 2017 &#8211; hoffentlich</strong></h2>
<p>Am Ende haben meine oft schlaflosen Augen 41 Filme u. a. aus den USA, Deutschland, Südkorea, Kanada, Saudi-Arabien, Frankreich, Neuseeland, Dänemark, Japan, Iran, Israel oder Tschechien gesehen. Berlinale, das bedeutet für mich immer vom meist bequemen Kinosessel aus eine Weltreise zu unternehmen.</p>
<p>Und hoffentlich bin ich auch 2017 wieder mit dabei. Dann haben die Veranstalter sich hoffentlich eine neue Lösung für die Leute ausgedacht, die mehrere Filme hintereinander weg im selben Saal schauen. In den meisten Fällen müsste man nämlich nicht nur den Raum verlassen, sondern sich auch ans Ende der Schlange wieder anstellen. Ich habe aber die Einlasser bestochen &#8211; mit Kaugummi.</p>
<p><em>Copyright der Filmstills: Berlinale</em></p>
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		<title>64. Berlinale, 06.02. &#8211; 16.02.2014 &#8211; Einmal Jury und zurück</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Mar 2014 19:48:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Special]]></category>

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		<description><![CDATA[Welcher Filmfreund träumt denn nicht davon? Einmal im Leben in einer offiziellen Jury sitzen und einmal einen Preis verleihen, das wär doch was. Unser Autor Reiskorn durfte genau dies erleben und berichtet von der 64. Berlinale als Mitglied der Tagesspiegel-Leserjury.

Schon seit mehreren Jahren beruft der Tagesspiegel pünktlich zur Berlinale eine eigene Leserjury. Insgesamt 130 Interessierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Welcher Filmfreund träumt denn nicht davon? Einmal im Leben in einer offiziellen Jury sitzen und einmal einen Preis verleihen, das wär doch was. Unser Autor Reiskorn durfte genau dies erleben und berichtet von der 64. Berlinale als Mitglied der Tagesspiegel-Leserjury.</strong></p>
<div id="attachment_10117" class="wp-caption aligncenter" style="width: 535px"><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2014/03/Die-Leserpreis-Jury-des-Tageesspiegels-Photo-Credit-Courtesy-Tagesspiegel.jpg" alt="Die Leserpreis-Jury des Tagesspiegels (© Tagesspiegel)" title="Die Leserpreis-Jury des Tagesspiegels (© Tagesspiegel)" width="525" height="319" class="size-full wp-image-10117" /><p class="wp-caption-text">Die Leserpreis-Jury des Tagesspiegels (© Tagesspiegel)</p></div><br />
<span id="more-10104"></span></p>
<p>Schon seit mehreren Jahren beruft der Tagesspiegel pünktlich zur Berlinale eine eigene Leserjury. Insgesamt 130 Interessierte folgtem dem Aufruf, sich dafür zu bewerben und am Ende traf es neun Glückliche. Drei Tage vor offiziellem Beginn der Festspiele wurden alle in der Redaktion zusammengetrommelt, für erste Gespräche, ein kleines Fotoshooting und die Organisation des gesamten Verlaufs. Ein Gruppenfoto und Einzelportraits wurden gemacht, denn schließlich sollte jeder Einzelne nochmal sein Konterfei in der Zeitung wiederfinden können. Die Aufgabe der Jury selbst lautete: Den besten Film der Forumssektion küren. Christoph Terhechte, seines Zeichens Leiter des Internationalen Forums, ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich der Jury einen mörderischen Fahrplan zu erstellen. 34 Filme, alles internationale wie Weltpremieren, wurden zur Pflicht. Zum Warmlaufen sollten es die ersten zwei Tage drei Filme sein, dann wurde die Dosis auf vier pro Tag heraufgesetzt, um dann für weitere drei Tage bei fünf zu gipfeln. Abschließend gab es dann noch einen Einzelnen zum Runterkommen.</p>
<p><div id="attachment_10118" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2014/03/Mörderischer-Fahrplan.jpg" alt="Mörderischer Fahrplan" title="Mörderischer Fahrplan" width="450" height="600" class="size-full wp-image-10118" /><p class="wp-caption-text">Mörderischer Fahrplan</p></div>
<p>Dies mag auf den ersten Blick enorm anmuten und das war es auch. Aber einige entscheidende Vorteile brachte das kurze Leben als Juror doch mit sich: Zunächst gab es da die &#8220;Forums Guest Reception&#8221;, in einem Gebäude auf der Rückseite der Potsdamer Platz Arkaden stationiert. Akkreditierte, Filmschaffende, Mitarbeiter und sonstwer konnten sich da frei nach Platzkapazitäten aufhalten und kostenlos Kaffee und Kekse genießen. Außerdem gab es dort einen eigenen Ticketschalter, bei dem man sich bequem und nahezu ohne Warteschlangen Tickets für die Filme seiner Wahl ausdrucken lassen konnte. Ein Angebot, auf das der Juror am Ende seiner Pflichten liebend gerne zurückgriff, um auch noch mehr Filme zu schauen, als er ohnehin bis dato getan hat. Durch das straff vorgeplante Programm musste man sich auch eigentlich nicht im Detail mit dem gesamten Festivalprogramm auseinandersetzen. Stundenlange Vorarbeit zu Hause und während des Festivals konnte man sich auf diese Weise aussparen. Und selbst wenn man todesmutig doch noch was Zusätzliches einstreuen wollte, so blieben ohnehin nur sehr begrenzte Zeit-und Filmoptionen übrig, aus denen zu wählen dann schon deutlich einfacher wurde. Abgerundet wurde das VIP-Treatment dann durch die Jury-Akkreditierung selbst. Wer einmal bei der Berlinale war, weiß: Sitzplatzkarten gibt es nicht, ewig lange Schlangen ewig lange vorher sind da die Regel. Anderweitig Akkreditierte ohne Tickets mussten zusätzlich drauf warten, bis alle Tickethalter Platz genommen hatten, ehe sie noch die restlichen Reihen ganz vorne im Saal auffüllen durften. Man ahnt es sicher schon: Aber als Juror war all dies in ca. 90% der Fälle kein Problem mehr. Mit dem gelben Juryausweis konnte man sich in der Regel an alle Wartenden vorbeidrängeln und direkt in den Saal spazieren. Und als Sahnehäubchen gab es meist formidabel reservierte Plätze. Trotz der enormen Fülle an zu sichtenden Filmen, wurde es so zu einer insgesamt und vergleichsweise sehr entspannten Erfahrung.</p>
<div id="attachment_10120" class="wp-caption aligncenter" style="width: 535px"><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2014/03/Wunderkärtchen-zur-Wartezeitverkürzung.jpg" alt="Wunderkärtchen zur Wartezeitverkürzung" title="Wunderkärtchen zur Wartezeitverkürzung" width="525" height="337" class="size-full wp-image-10120" /><p class="wp-caption-text">Wunderkärtchen zur Wartezeitverkürzung</p></div>
<p>Und wie arbeitete man so als Juror? Ganz simpel: Gucken &#8211; diskutieren &#8211; gucken- diskutieren. Das liest sich zweifelsohne fad, war aber sehr spannend: Alle zwei, drei Filme wurde die eigene Rang- und vor allem Favoritenliste komplett über den Haufen geworfen und in zahllosen größeren wie kleineren Runden vor und im Kino kam es zum gegenseitigen Abtasten der Geschmäcker. War man derselben Meinung, formten sich schnell Allianzen, nur um diese wenig später wieder zerfallen zu sehen. So blieb das Ergebnis bis zur finalen Abstimmung vollkommen unvorhersehbar und dies sorgte für anhaltende Aufregung. Ebenso interessant waren die verschiedenenen, individuellen Herangehensweisen, mit den Filmen fertig zu werden. Dabei waren Notizen eine beliebte Option. Doch während der Autor dieser Zeilen diese konsequent nach dem Film niederschrieb, entschlossen sich andere dazu, diese noch während der Screenings im dunklen Saal zu verfassen. Manche widmeten für kurze Momente ihre ganze Aufmerksamkeit dem leeren Blatt, eine andere gestand, &#8220;blind&#8221; umherzukritzeln&#8230;was dann auch mal in Selbstbemalung mündete. Einige hatten nur einen Block, andere hatten sich schon im Vorfeld sorgfältig einzeln zu bewertende Parameter wie &#8220;Kamera&#8221;, &#8220;Schauspiel&#8221;, &#8220;Geschichte&#8221; o.ä. zurechtgelegt und eine andere bastelte sich ein Berlinalealbum, mit Bildern und Inhaltsangaben aus den Programmheften. Einer hatte es sich besonders leicht gemacht: Er sagte, er würde einfach nach Gedächtnis gehen und für den Film stimmen, der ihm am Ende des Festivals noch am besten im Kopf wäre, denn das würde der entsprechende Film dann nicht ohne guten Grund tun. </p>
<div id="attachment_10121" class="wp-caption aligncenter" style="width: 535px"><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2014/03/Gucken-diskutieren-gucken-diskutieren.jpg" alt="Gucken - diskutieren - gucken - diskutieren" title="Gucken - diskutieren - gucken - diskutieren" width="525" height="394" class="size-full wp-image-10121" /><p class="wp-caption-text">Gucken - diskutieren - gucken - diskutieren</p></div>
<p>Wie erwähnt wurden viele Filme gesehen &#8211; viele Gute, viele Schlechte, Anstrengende, Langweilige, Traurige, Lustige oder Schockierende. Am Ende konnte es aber nur einen Sieger geben und in der letzten gemeinsamen Diskussionsrunde rauchten die Köpfe vor erhitzten Gemütern, bis sich zwei Finalisten herauskristallisierten: Die eigenwillige wie unterhaltsame tschechische Doku &#8220;Velvet Terrorists&#8221; und das ebenfalls gelungene Coming-of-Age-Drama &#8220;Free Range&#8221;. Noch ein letztes Mal wurden leidenschaftlich Argumente vorgetragen, doch am Ende fiel die Auswertung der Stimmzettel deutlich aus. 6:3 für <a href="http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20141457#tab=video25">&#8220;Velvet Terrorists&#8221;</a>, dem diesjährigen Gewinner des Tagesspiegel-Leserjury Preises. </p>
<p>Naiv dachten nun alle Beteiligten, dass damit ihre Pflicht erfüllt sei, doch einen letzten Stress gab es zu bewältigen. In den Minuten nach der Abstimmung sollte noch fix ein Statement formuliert werden. Die sorgfältig und vorausschauend geplanten Kinotermine machten Druck und man befand sich in der mentalen Zermürbung, der Hektik und Müdigkeit am Rande des Blackouts. Nicht so einfach, die Entscheidung auf drei, vier prägnante Sätze runterzubrechen, während einem der &#8220;Abgabetermin&#8221; im Nacken saß, schließlich wollte der Text noch übersetzt und der Preis mit den richtigen Titeln und Namen graviert werden. Und auch später am Abend war noch Feinschliffbedarf vorhanden und so diskutierte man in einer ruhigen Ecke des Edekas S-Bahnhof Friedrichstraße mit der Chefredakteurin des Tagesspiegel-Kulturteils Christiane Peitz (währenddessen griff sich die freie Hand ein paar Energy-Drinks). So also fühlt es sich im professionellen Journalismus an.</p>
<p>Am vorletzten Tag der Berlinale wurden dann in der saarländischen Landesvertretung die Preise der unabhänigen Juries verliehen, darunter auch verschiedene Leserpreise. Glitz und Glamour suchte man erwartungsgemäß vergeblich, doch auch ohne ließen sich alle von der positiven und feierlichen Stimmung anstecken. Hauptthema von Laudatoren und Dankesreden: Das vortrefflich milde, fast niederschlagsfreie Wetter der gesamten Filmfestspiele. Ansonsten ging die Veranstaltung ohne jegliche Überraschungen sehr zügig vorbei, doch nicht ohne ein persönliches Highlight. Denn als der Tagesspiegel dran war, wurde jeder einzelne Juror namentlich auf die Bühne gebeten, ehe der Preis dann verliehen wurde. Ein surrealer Moment, nun in etliche Kameras zu schauen und Teil der Zeremonie zu sein. Glücklicherweise waren auch alle drei Regisseure persönlich anwesend (einer ist noch die Nacht zuvor extra wieder aus Tschechien zurückgereist), wodurch die Jury Gelegenheit hatte, den Ausgezeichneten persönlich zu gratulieren. </p>
<div id="attachment_10122" class="wp-caption aligncenter" style="width: 535px"><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2014/03/Herzpochen-im-Scheinwerferlicht.jpg" alt="Herzpochen im Scheinwerferlicht" title="Herzpochen im Scheinwerferlicht" width="525" height="206" class="size-full wp-image-10122" /><p class="wp-caption-text">Herzpochen im Scheinwerferlicht</p></div>
<p>Abgerundet wurde die Berlinale mit dem Screening des Gewinnerfilms am letzten Tag. Für das Publikum glich dieses Screening einer Sneak-Preview, da im Vorfeld natürlich nicht bekannt war, welcher Film denn nun gezeigt werden würde. Dennoch war der Andrang groß. Vor ausverkauftem Saal gaben Frau Peitz vom Tagesspiegel und Herr Terhechte vom Forum eine Einführung in den Abend, ehe sie der Jury das Feld überließen. Zwei Juroren wurde die ehrenvolle Aufgabe zuteil, ein paar Worte an das Publikum zu richten und das Gewinnerstatement auf deutsch und englisch zu verlesen &#8211; einer war, natürlich, der Autor dieses Berichtes. Also nochmal ganz surreal die Seiten gewechselt, inklusive lautem Herzpochen im sehr heißen Scheinwerferlicht. Eine tolle Erfahrung. Und auch nach dem Screening wurden sowohl sehr positive wie negative Stimmen an die Jury herangetragen, so dass zufrieden das Ergebnis stand, den richtigen Film ausgesucht zu haben, der es dem Publikum nicht zu leicht gemacht hat und durchaus polarisierte. </p>
<p>So ging denn auch die Berlinale 2014 zu Ende. Es war eine sehr spannende und bereichernde Erfahrung, als Juror unterwegs gewesen zu sein und trotz der Geduld, die man für einige Filme aufbringen musste, war es auch eine Erfahrung, die man jederzeit wiederholen möchte. Es bleiben die Erinnerung an neue Bekanntschaften, viele interessante wie feurige Diskussionen und natürlich&#8230;jede Menge Filme. Am Ende wurden es übrigens 41.</p>
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		<title>Berlinale 2013 &#8211; Ein nicht immer chronologischer, 100% ernst zu nehmender Bericht von Reiskorn</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 14:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Special]]></category>

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		<description><![CDATA[

0. Bock
Das erste Mal Berlinale war ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines kleinen, aber schon verhältnismäßig alten Möchtegernfilmliebhabers (ich war damals 27, aber 1,69m bin ich immer noch). Im Zuge des Studiums ergab sich nämlich die Möglichkeit, an einem Exkursionsseminar teilzunehmen, mit Ziel Berlinale 2010, ihr 60. Jubiläum. Was ein Exkursionsseminar ist? Ein stinknormales Uni-Seminar, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-9404 alignnone" title="Berlinale Logo" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/berlinale-logo-cut.jpg" alt="Berlinale Logo" width="525" height="125" /><br />
<span id="more-9402"></span></p>
<p><strong>0. Bock</strong></p>
<p>Das erste Mal Berlinale war ein einschneidendes Erlebnis im Leben eines kleinen, aber schon verhältnismäßig alten Möchtegernfilmliebhabers (ich war damals 27, aber 1,69m bin ich immer noch). Im Zuge des Studiums ergab sich nämlich die Möglichkeit, an einem Exkursionsseminar teilzunehmen, mit Ziel Berlinale 2010, ihr 60. Jubiläum. Was ein Exkursionsseminar ist? Ein stinknormales Uni-Seminar, nur woanders. Täglich wurde 2-3 Stunden lang über Filme der Retrospektive gesprochen und wurden Referate gehalten &#8211; laaaangweilig! Wichtig war nur, dass wir schnellstmöglich rausgekommen sind, um Filme zu gucken. Mit so einer Akkreditierung gar nicht mal schwierig. Es war jedenfalls ein einziger Filmguckrausch, man hetzte von Kino zu Kino und durchquerte Berlin mindestens 3-mal am Tag. Ich saß in Kinos, in denen ich zuvor noch nie gesessen habe und ich guckte Filme, Filme, Filme, die ich danach größtenteils nie wieder sehen würde. Denn dazu ist ein Filmfestival da und genau so muss man es nutzen, ergibt es einen Sinn: Filme gucken, bis zum Umfallen, ohne Rücksicht auf Müdigkeit, Durst und Hunger, immer auf der Suche nach DER persönlichen Neuentdeckung. &#8220;Winter&#8217;s Bone&#8221; war damals eine dieser Entdeckungen (Ihr seid alles Jennifer Lawrence Mitläufer &#8211; aber IIICH habe sie zuerst gesehen!). Als das Fest dann überstanden war, gab es nur ein Fazit: Ich muss nächstes Jahr wieder hin, ob mit oder ohne Akkreditierung! Das Berlinalepflänzchen wurde gepflanzt und gedieh gleichermaßen schnell und prächtig und in den darauffolgenden Jahren war ich als Normalo wieder dabei. Dann wurde es 2013.</p>
<p><strong>1. Anmeldung</strong></p>
<p>Ob ich besoffen war oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Nur, dass es nachts war und ich mal wieder nicht schlafen konnte. Ich habe zuvor die Wochen und Monate nicht daran gedacht, aber jetzt, so wie ich da so rumsurfte, traf mich ein urplötzlicher Geistesblitz: Probier doch mal, dich erneut für eine Akkreditierung zu bewerben. Aber weil du Kurzkritiken schreibst, diesmal für die Presse. Gesagt, getan und auf der Homepage mal einige Kriterien durchgegangen. Eigentlich war ich ein paar Tage zu spät dran, eine Bearbeitung würde man nicht mehr garantieren können, aber egal, einfach machen und dann mal schauen. Einfach alle Formulare und dergleichen online abgeschickt und dann warten &#8211; wird doch eh nix!</p>
<div id="attachment_9413" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9413 " title="Akkreditierung" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-1-Akkreditierung.jpg" alt="Akkreditierung" width="525" height="300" /><p class="wp-caption-text">Akkreditierung</p></div>
<p>Ein Wochenende später wurde ich im positiven Sinne eines Besseren belehrt, die Zusage war schnurstracks da und die Freude war groß und ließ mich es allen in meinem Umfeld unter die Nase reiben: Ich geh zur Berlinale als Presse-Akkreditierter, ich bin wichtiger und besser als ihr! Nachdem der Anflug von bescheidenem Größenwahn gelüftet wurde, musste nur noch auf die ein oder andere Mail mit Barcodes und Instruktionen gewartet werden, dann ging es auch bald nach Berlin.</p>
<p><strong>1.1 Berlin</strong></p>
<p>Was den Trip in meine alte Heimat perfekt machte, war, dass ich genügend Bonuspunkte bei der Bahn gesammelt hatte, um hin und zurück kostenlos fahren zu können. Lässt sich leben mit. Untergekommen kam ich bei meinem besten Freund in der Kreuzberger Katzbachstraße unter, Ecke Dudenstraße, nahe dem Platz der Luftbrücke. Zwei Tage vor offiziellem Beginn schlug ich also mein Lager bei ihm auf und bis dahin vergingen einige sehr lange und intensive Stunden mit der Playstation 3. Einen Tag vor Beginn der Berlinale durfte ich dann meinen Ausweis abholen.</p>
<p><strong>2. Berlinale</strong></p>
<p><strong>2.0 Erste Eindrücke</strong></p>
<p>Anders als nahezu alle anderen Akkreditierten, die sich in ihrem eigenen, gemeinsamen Servicezentrum rumschlagen müssen (zu den episch langen Schlangen komme ich später), werden Journalisten aus aller Welt, inkl. Möchtegerns wie mir, eingeladen, ins Grand Hyatt am Potsdamer Platz für Tickets, Pressekonferenzen und weiterem Stellung zu beziehen. Die großzügige Eingangshalle und die lange Treppe die erste Etage hinauf verhindern dabei ganz sicher, dass man nicht um halb 8 in der Früh draußen in der Februarkälte ausharren muss, weil andere viele schon viel früher aufgestanden sind (diese und ähnliche Erfahrungen musste ich 2010 machen). Besser noch: Bis eine halbe Stunde vor offizieller Ticketschalteröffnung ist kaum eine Seele da, man kann sich in aller Ruhe ganz vorne positionieren, um schonmal einen Tag vorauszugreifen. Oben im Pressebereich gibt es noch künstlerisches Gekrakel zu bestaunen, damit einem ja auch gar nicht langweilig wird. Die Ausweisabholung an sich verlief gänzlich unkompliziert, einzig die Suche nach der gratis Berlinaletasche gestaltete sich als etwas komisch, da ich von Pressezentrum zum Servicezentrum geschickt wurde, wo man mir nur widerwillig eine Tasche aushändigte, da die Presseleute eigentlich ihr eigenes Kontingent hätten. Mir egal, Hauptsache ich hatte mein erstes brauchbares Souvenir und die Berlinaleplakate, die in der ganzen Stadt verteilt waren, ließen die Vorfreunde ins Unermessliche steigen.</p>
<p><strong>2.1 Tickets</strong></p>
<p>Das erste Mal für Tickets anstehen war schon was Tolles, weil es anders und besser war, als alles, was ich bisher von der Berlinale gekannt habe. Zur Info: Akkreditierte kriegen für nahezu jeden Film, fast jeder Programmsektion Freikarten, solange der Vorrat reicht. Theoretisch ist es jedoch fast immer möglich, nur mit dem Ausweis zur jeweiligen Vorstellung hinzugehen &#8211; in bestimmen Kinos wie dem Delphi ist das sogar bevorzugt für Akkreditierte möglich &#8211; jedoch hat man meistens immer eine geringere Priorität als Ticketbesitzer. Es lohnt sich also, als Akkreditierter extra früher aufzustehen und für Tickets anzustehen. 10 Tage lang. Als Normalbesucher wiederum muss man sehen: Schüler, Studenten bekommen am Tag der Vorstellung 50% Rabatt, müssen jedoch ebenso möglichst früh vor der Kinokasse sitzen, um danach erstmal wieder heimzufahren. Das ist durchaus nervig, jedoch in dem Fall sinnvoll, die Berlinale ist nämlich in diesem Jahr teurer geworden. Als Andersakkreditierter wiederum muss man sich im und vor dem Servicezentrum mit massiven Schlangen rumschlagen. Da ist es zu empfehlen, bereits um 6, halb 7 vor Ort zu sein, um 2 Stunden auszuharren. Als jemand, der die Gewissheit hatte, nach einem kurzen Spaziergang von der Bahn aus gleich in der kuscheligen Hitze des Hotels sein zu können ( es war wirklich sehr warm da drin), flanierte ich nicht ohne eines hämischen, erleichterten Grinsens im Inneren meines ach so pechschwarzen Herzens an der enormen Schlange vor dem Zentrum vorbei, in eisiger Kälte, mindestens 50m lang, minimum, während sich auch im Gebäude die Menchenmenge nochmals kringelte.</p>
<div id="attachment_9416" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9416 " title="Dicke Schlange hinten" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-2-Dicke-Schlange-hinten.jpg" alt="Dicke Schlange hinten" width="525" height="321" /><p class="wp-caption-text">Dicke Schlange hinten</p></div>
<p>Und wenn ich von der Ticketabholung zurückkam, dann hatte sie schon massive Maße angenommen, vielleicht 75-100m in die eine, dann nochmal in die andere Richtung, bis zur Straßenecke und darüberhinaus. Hart. Ätsch. Den Getränkestand, der jeden Morgen von 6-8 vor dem Servicezentrum die wartende Menge mit kostenlosem Kaffee oder Tee unterstützte, habe ich dennoch in Anspruch genommen, einfach weil ich&#8217;s konnte und um mal was anderes als das kostenlose Wasser im Hotel zu bekommen. Im Hyatt wiederum begegnete man immer denselben 4 Ticketleuten, die alle des Deutschen fließend mächtig waren, jedoch desöfteren beschlossen, einfach englisch zu sprechen, miteinander und mit uns. Ich stempel das schnell als rumhippen ab und denke fortan nicht mehr daran.</p>
<p><strong>2.2 Pressevorführungen und -konferenzen</strong></p>
<p>Ich hatte also meine Tickets, aber gleich am ersten Tag fiel mir auf, wie reihenweise Kollegen direkt vom Ticketschalter in eine andere, mir noch unbekannte Richtung hasteten, manchmal den Eindruck eines Wettrennens weckend. Und da ich mich einerseits dieser Gang zugehörig fühlte und andererseits neugierig war, verfolgte ich sie. Erst ging es in den Keller des Berlinalepalastes, wo eine weitere Pressezentrale eingerichtet war und wo man sich mit kostenlosen Zeitungen eindecken konnte. Das war ne ziemlich lässige Sache, sollte ich aber in der Folge nicht mehr weiter in Anspruch nehmen &#8211; zwischen Filmen hab ich nach Möglichkeit meine Augen ausgeruht. Dann verfolgte ich einige Kollegen weiter und bemerkte, dass sie für einen Film anstanden. Ein Blick ins Programm verriet: Pressevorführung. Um 9 Uhr früh. Gar nicht übel, aber eigentlich hatte ich das so nicht geplant, so früh schon einen Film zu glotzen und tatsächlich, das erste mal kam es zu einem Boxmatch Müdigkeit vs. Wachzustand, dem noch viele weitere folgen sollten, mit mir als VIP und Austragungsort. Kommt davon, wenn man mitläuft. Direkt im Anschluss ging es zur Vorführung von &#8220;Don Jon&#8217;s Addiction&#8221;, dem Regiedebüt von Joseph Gordon-Levitt, mit anschließende Pressekonferenz. Konferenzen fanden stets in einem speziellen Saal im Hyatt statt und natürlich konnte man sich als Presseakkreditierter einfach so reinsetzen, wenn mal wieder was anstand. Nun also Gordon-Levitt und damit meine allererste echte Profi-Pressekonferenz.</p>
<div id="attachment_9417" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9417 " title="Pressekonferenz Joseph Gordon-Levitt" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-3-Pressekonferenz-Joseph-Gordon-Levitt.jpg" alt="Pressekonferenz Joseph Gordon-Levitt" width="525" height="300" /><p class="wp-caption-text">Pressekonferenz Joseph Gordon-Levitt</p></div>
<p>Zuerst dürfen die Fotografen in vorderster Nullreihe (also noch vor der ersten Sitzreihe) den besten Blick auf den Star für ihre Fotos erheischen, dann waren wir dran, als sich alle gesetzt haben. Offiziell waren Fotos vom fragenden Publikum verboten, jedoch wurde es ohne weiteres toleriert, solange der Blitz ausblieb. Und naja, ansonsten ist es so, wie man es aus dem Fernsehen kennt und wie man es erwartet: Alle stellen mal mehr, aber meist weniger wirklich interessante Fragen und der Star antwortet meist ausgiebiger, als es nötig wäre. Zumindest Gordon-Levitt. Am vorletzten Berlinaletag war ich bei der Konferenz zum Animationsfilm &#8220;The Croods&#8221; und die anwesenden Nicolas Cage und Emma Stone wirkten je verstört und gar nicht froh darüber, da zu sein. Pluspunkte für den jungen Herrn Levitt also.</p>
<div id="attachment_9418" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9418 " title="Emma Stone und Nicolas Cage - gelangweilt und verstört" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-4-Emma-Stone-und-Nicolas-Cage-gelangweilt-und-verstört.jpg" alt="Emma Stone und Nicolas Cage - gelangweilt und verstört" width="525" height="320" /><p class="wp-caption-text">Emma Stone und Nicolas Cage - gelangweilt und verstört</p></div>
<p>Als ich bei der &#8220;Croods&#8221;-konferenz mich dazu durchgerungen hatte, eine Frage an Regisseure und Produzenten zu stellen, musste ich auch am eigenen Leib erfahren wie es ist, wenn 1. der Frage ausgewichen wird (Ich habe nach Parallelen zwischen &#8220;Merida&#8221; und der vermeintlichen Hauptfigur aus den &#8220;Croods&#8221;, ein rothaariges aufmüpfiges Mädchen, und etwaiger falscher Erwartungen seitens des Publikums gefragt &#8211; die Antwort lautete, ja, sie sollte immer rote Haare haben) und 2. wie eine solche Konferenz nun richtig funktioniert. Kritische Fragen sind beileibe nicht erwünscht, es ist ein Geben und Nehmen der oberflächlichen Gefallen &#8211; Star ist da und die anderen freuen sich und fragen harmloses, belangloses Zeugs. Und außerdem ist man nur die ersten 10 Minuten gespannt und freudig, einen Star das erste mal live zu sehen. Danach werden sie auch nur zu Menschen, die Mist labern und damit langweilig. So ne Pressekonferenz ist leider keine Gelegenheit für eine ausgefallene Performance.</p>
<p><strong>2.3 Jump&#8217;n'Run, Stop &amp; Go</strong></p>
<p>Ok. Die Tickets hätten wir, die Pressevorführungen und -konferenzen auch. Ohne auf die einzelnen Filme im Detail einzugehen, bleibt damit nur noch das (fast) wichtigste: Wie ist es eigentlich so, sich während der Berlinale durch die Gegend  zu bewegen, wie ist denn das Festival so an sich? Bei 30 geguckten Filmen (vergleichsweise gar nicht mal so viel) in 10 Tagen, die zu jeder Tageszeit in verschiedensten Kinos liefen, wenn man sich am Tag bis zu 5 von ihnen ansieht, dann bleibt nur zu sagen: Hrmmpf. Anstrengend. Und am besten lässt sich die erlebte Action irgendwie mit den in der Unterüberschrift vorgegebenen Bewegungsmodi am besten beschreiben: Jump&#8217;n'Run, Stop &amp; Go.</p>
<div id="attachment_9419" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9419 " title="Andrang war immer groß" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-5-Andrang-war-immer-groß.jpg" alt="Andrang war immer groß" width="525" height="300" /><p class="wp-caption-text">Andrang war immer groß</p></div>
<p>Müsse man nur einen x-beliebigen, akkreditierten Menschen der Berlinale bei seiner Arbeit filmen, dann würde sich eine coole Sequenz, mit fetziger Musikuntermalung, wilden Schnitten, irren Kamerafahrten und -einstellungen, comicartigen Inserts, Zeitraffern und nonstop Action anbieten. Nun, ich schreibe bzw. tippe gerade, für einen Erlebnisfilm (/Dokumentation?) reichen weder Geld, Zeit noch praktisches Know-How. Fest steht jedoch, dass man sich auf der Berlinale, sofern man seinen Terminplaner entsprechend vollgestopft hat, immerzu in einem Wechsel zwischen Hektik und vermeintlicher Ruhe befindet. Ich hatte leider nicht das Glück, direkt am Potsdamer Platz, wo das meiste der Berlinale stattfand, einquartiert zu werden. Ich wohnte effektiv zwei S-Bahnstationen entfernt, mit einem zusätzlichen 15-20 minütigen Spaziergang von der Station aus, um zu Hause zu sein. Das ist wirklich nicht weit, ehrlich nicht. Aber wenn man am Tag mindestens 3-4 mal zwischen Heim, Potsdamer, Alex, dann wieder zurück fährt, mit kleineren Päuschen und man sonst nur von Kino zu Kino hetzt, dann bekommt der koffeinunerprobte, auf lädiertem Knie laufende Mensch Probleme. Und da kommen wir zur Hektik, namentlich Berlinale. Ich stehe also gegen halb 7 auf, frühstücke etwas und mache mich bereit. Ich starte den Tag, fahre zum Potsdamer, dann gehts zum Hyatt, es war i.d.R. gegen 8. Halbe Stunde warten, dann schnell Tickets abgreifen. Ab und an ging es von dort direkt schon zum ersten Film, häufig bin ich aber erstmal wieder heimgefahren. In der Zwischenzeit merke ich, wie mein transpiriergeiler Körper mir den Rücken zunässt, dass es eklig wird. Es ist noch gar nicht mal 9 Uhr und ich nehme zu Hause für die ca. 1 1/2 &#8211; 2 Stunden, die ich da bin, meine erste Dusche. Ich vertreibe mir die Zeit, bis ich wieder los muss. An manchen Tagen lief ich Gefahr, meinen Film zu verpassen, weil die Runde &#8220;Battlefield 3&#8243; noch nicht rum war und ich gerade ein paar fette Kills erzielt habe. Wie dem auch sei, war ich mal unterwegs, gab es ein paar dieser Optionen. Man muss dazu sagen dass, wenn man mal seine Filmzeiten hat, man garantiert nicht erst zu Vorstellungsbeginn antanzen kann. Läuft ja noch Werbuunnng, kriegen wa hin! Denkste! Bei der Berlinale herrscht generell freie Platzwahl, wer zuerst kommt hat die schöne Qual der Wahl, während Zuspätkommer nicht nur die Vorstellung verzögern. Diese unwissenden Idioten tun sich selbst keinen Gefallen damit und müssen sich ganz vorne hinsetzen, wo keiner was erkennt und jeder nen steifen Nacken kriegt und man sich fragt, welches Genie die erste Reihe überhaupt erfunden hat. Ach ja und Werbung gibts auch nicht. Wer sich also selbst keinen Bock schießen will, muss mindestensten, MINDESTENS eine halbe Stunde vor Filmbeginn vor der Saaltür aufschlagen. Richtig, direkt vor den armen Einlassern, denn sehr schnell bildet sich ne Schlange, die bisweilen noch einen Stockwerk höher nicht aufhört. Diesen Umstand muss man permanent im Hinterkopf behalten, weswegen ich immer eine ganze Stunde dafür eingeplant hatte, nur von A nach B und ins Kino zu gelangen. Freute ich mich noch erst über 2 Stunden Luft, bemerkte ich alsbald, dass ich davon schon mal ne Stunde abziehen kann. Reicht gerade für, um Fast Food langsam essen zu können, während man alle 5 Minuten auf seine Handyuhr starrt; die hektische Unruhe macht sich immer erstmal im Kopf breit, bevor sie den Körper befällt. Dann gehts los, von A nach B zu C von D zu E, man hat das Gefühl, stets unter Zeitdruck zu sein, man geht schneller als üblich und der ganze Körper und all die Muskeln sind stets komplett angespannt. Es ist ohne Ende go und desöfteren jumpe ich in den Bahnstationen oder im Kino Treppenabsätze rauf oder runter und runne anschließend was das Zeug hält &#8211; nur um mich dann urplötzlich ans Ende einer Schlange zu stellen und sofort gestopped zu werden. Hier stehe ich mir die Füße wund oder ich setze mich gleich auf den Boden, um von allen auf englisch gefragt zu werden, ob ich denn überhaupt in der richtigen Schlange wär. Wenn ich dann im Saal sitze, kann ich so langsam anfangen etwas zu entspannen. Manchmal entspannt der Körper mehr als ich es für nötig halte und ich schlafe ein &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; ah, mein Nacken tut weh, schon gut, bin ja wieder bei der Sache! So verpasst man garantiert keinen Film! Zeit für Nickerchen ist eigentlich gar nicht gegeben und wenn man abends ins Bett fällt, hat man den besten Schlaf, den es je gab. Stresstechnisch bin ich megafauler Sack an meine Grenzen gegangen und habe vor dem  Hintergrund dieser Erfahrungen keine Lust, je berufstätig zu werden. Fitness und vor allem Ausdauer sind gefragt, die akkreditierte Hardcoreversion der Berlinale ist eben nichts für Weicheier!</p>
<p><strong>2.3.1 Ernährung</strong></p>
<div id="attachment_9420" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9420 " title="Verpflegung" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-6-Verpflegung.jpg" alt="Verpflegung" width="525" height="300" /><p class="wp-caption-text">Verpflegung</p></div>
<p>KFC. Mäckes, Brötchen. Jede Menge belegte Toastbrote, ungefähr 4x Burger King. Cornflakes. Twix, Snickers, KitKat Chunky. Chinesisch und Pizza. Tiefkühlpfannengerichte. Punica (im Kino vergessen!), Cola, viele Energy Drinks, ob Red Bull oder in 1,5L Flaschen, viele Kaltkaffeegetränke von Kaiser&#8217;s oder echter warmer Kaffee. Die Koffeingetränke haben übrigens nur äußerst zweifelhaft mit schwankendem Erfolg gewirkt, aber nun, ich hab&#8217;s überstanden. Tee, Frucht oder schwarz. Ein einziger kulinarischer Hochgenuss. Hell Yeah.</p>
<p><strong>3. Fazit</strong></p>
<p>Was bleibt noch zu sagen? Es war eine einzigartige, großartige, stressig-anstrengende, ermüdende aber ultimativ absolut lohnenswerte Erfahrung. Ich fühlte mich über die Maßen geehrt, dass die Berlinale mir die Akkreditierung zugesagt hat und natürlich ein Riesendank geht auch an BDM, der mich  dahingehend tatkräftig unterstützt hat. Ich habe noch nie in einem solch kurzen Zeitraum so viele Filme im Kino gesehen und ich bin für jeden einzelnen dankbar, die guten wie die schlechten und meine (nicht immer breit gefächerte und fundierte) Liebe zu Filmen ist so groß wie nie. Die vergangenen vier Jahre haben mir eines besonders bewusst gemacht: Ich will mindestens auch die kommenden vier Berlinalen miterleben, koste es was wolle. Also bis zum nächsten Mal!</p>
<div id="attachment_9421" class="wp-caption alignnone" style="width: 535px"><img class="size-full wp-image-9421 " title="Bis zum nächsten Mal" src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-7-Bis-zum-nächsten-Mal.jpg" alt="Bis zum nächsten Mal" width="525" height="329" /><p class="wp-caption-text">Bis zum nächsten Mal</p></div>
<p><strong><br />
</strong></p>
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