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Hitlerjunge Quex: Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend

Freitag, 29. Oktober 2010 · Autor: bdm

hitlerjunge_quex_sceneDas 1933 enstandene Propagandawerk “Hitlerjunge Quex” ist ein sogenannter Vorbehaltsfilm und darf als solcher in Deutschland nach wie vor nur unter strengen Auflagen gezeigt werden. Im Rahmen einer denkwürdigen Geschichtsstunde hatte ich vor Jahren die Gelegenheit den Film zu sehen – gleich nach Veit Harlans berühmt-berüchtigtem “Jud Süß”. Über den Quex-Regisseur Hans Steinhoff hat Billy Wilder in unnachahmlicher Manier den Stab gebrochen: “Ich würde nie sagen, daß die Leni Riefenstahl kein Talent hatte… Aber ich sage über Steinhoff, daß er ein Idiot war, aber nicht weil er Nazi war, er war auch ein sehr schlechter Regisseur.” Erzählt wird die Geschichte des jungen, aus einer linksorientierten Familie stammenden Heini Völker, der sich zunehmend für die Sache der Hitlerjugend begeistert und schließlich den Märtyrertod für die deutschnationale Sache sterben darf. “Hitlerjunge Quex” ist ein äußerst plumpes, in der Direktheit seiner Agitation frappierendes Machwerk, was natürlich auch der Zielgruppe geschuldet ist. Dennoch ist der propagandistische Effekt des Films nicht zu unterschätzen, war hier doch zum ersten Mal das Lied “Vorwärts! Vorwärts! schmettern die hellen Fanfaren” zu hören, hitlerjunge_quex_coverdas als Fahnenlied der Hitlerjugend Karriere machte und hierzulande natürlich ebenfalls verboten ist. Im Übrigen plädiere ich sehr dafür, sämtliche Vorbehaltsfilme endlich aus den Giftschränken zu holen und ihrer Mystifizierung ein Ende zu setzen. Aufklärung statt Angst ist das Gebot der Stunde.

Zusätzliche Informationen zum Film

Originaltitel: Hitlerjunge Quex: Ein Film vom Opfergeist der deutschen Jugend Land: Deutschland Jahr: 1933 Regie: Hans Steinhoff Darsteller: Jürgen Ohlsen, Heinrich George, Berta Drews Weitere Infos: IMDB

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