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	<title>Movie Shack &#187; Reiskorn</title>
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	<description>Kino und Filme wie nie zuvor</description>
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		<title>John Wick: Kapitel 3</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2019 15:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Action]]></category>
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		<description><![CDATA[Der dritte Teil einer Filmreihe sei in der Regel immer der schlechteste, heißt es sinngemäß nicht ganz unironisch in „X-Men: Apocalypse“. Und in der Tat, abgesehen von der ein oder anderen Ausnahme scheint tatsächlich schon seit langem ein entsprechender Konsens unter Filmfreunden vorzuherrschen. Von daher durfte man schon ein wenig skeptisch sein, als ein dritter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/05/john_wick_kapitel_3_scene.jpg" alt="john_wick_kapitel_3_scene" title="john_wick_kapitel_3_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12167" />Der dritte Teil einer Filmreihe sei in der Regel immer der schlechteste, heißt es sinngemäß nicht ganz unironisch in „X-Men: Apocalypse“. Und in der Tat, abgesehen von der ein oder anderen Ausnahme scheint tatsächlich schon seit langem ein entsprechender Konsens unter Filmfreunden vorzuherrschen. Von daher durfte man schon ein wenig skeptisch sein, als ein dritter „John Wick“-Film angekündigt wurde. <span id="more-12166"></span>Sind denn die Zutaten aus eleganten Ballereien und ruppigen Zweikämpfen nicht schon zu sehr vertraut, um noch interessant zu sein? Und ist nicht auch Hauptdarsteller Keanu Reeves langsam ein wenig zu alt, um derlei Szenen noch effektiv zu spielen? Nein und nochmals nein! „John Wick: Kapitel 3“, so der offizielle Titel, ist eine konkurrenzlose Tour de Force!</p>
<p>Die Handlung setzt dabei unmittelbar nach den Geschehnissen des zweiten Teils ein: John Wick (Reeves) bleiben nur noch wenige Minuten, bis die ihm gewährte Aufschubfrist abläuft und er dann für ein Kopfgeld von 14 Millionen US-Dollar zum Abschuss freigegeben wird. Schwer verwundet schleppt er sich durchs verregnete New York, um nur wenig später die ersten Wellen an Angreifern abzuwehren. Doch das kann kein Dauerzustand bleiben und in seiner Verzweiflung wendet sich John an eine alte Bekannte, die ihn außer Landes schaffen soll. Sein Ziel: Den mächtigsten Mann der internationalen Unterwelt ausfindig zu machen, um ihn um eine zweite Chance aufs Leben zu gewähren. Sein Ersuchen wird aber Opfer fordern – und in dieser Welt ist die einzig wahre Währung Blut… </p>
<p>Mehrfach Szenenapplaus; Gelächter, nicht weil das Geschehen so lustig oder schlecht sei, sondern weil es den Verstand zum Explodieren bringt, Ausrufe der Begeisterung, Überraschung, auch des Ekels, Schweiß auf der Stirn dieses Autors – und das allein in den ersten fünf bis zehn Minuten. Regisseur Chad Stahelski vergeudet jedenfalls keine einzige Sekunde und wirft seinen Protagonisten gleich zu Beginn in ein Blutbad, mit dem andere Filme als Höhepunkt enden würden.</p>
<p>Dabei wird schnell klar: In „John Wick 3“ geht es schneller, kreativer und um ein Vielfaches härter zu als in den vorherigen zwei Teilen. Wenngleich das Werk dieses Tempo zugunsten der Erzählung nicht permanent hochhalten kann und muss, aber wann immer sich der Held bösen Buben konfrontiert sieht, fliegen die Fetzen – und dann werden reichlich Kehlköpfe zertrümmert, Knochen gebrochen und Köpfe zu Brei geschossen. Die schiere Menge an Leichen ist beeindruckend und darüber hinaus reicht es auch längst nicht mehr, effizient zu sein.</p>
<p>Stattdessen folgen einem Kopfschuss oftmals noch mindestens vier weitere in die gleiche Rübe und Messer werden wiederholt mit voller Wucht in die schon leblosen Körper gerammt. Verwackelt ist hierbei nichts und auch weggeschnitten wird nicht, wodurch die ganze blutige Konsequenz der Gewalt von Anfang bis Ende im Bild durchgespielt wird. Gewaltquantität und -qualität haben einen „gewaltigen“ Sprung nach vorne gemacht und sorgen so für den Overkill der Leinwand, bei dem Freunde des besonders ausführlichen Kinomordens voll auf ihre Kosten kommen werden. Andere aber könnte dieser Frontalangriff auf Dauer ermüden.</p>
<p>Das Gezeigte als plump und stupide zu bezeichnen wird der Sache aber nicht gerecht. Denn dazu ist einfach ein viel zu hohes Talentniveau auf allen Ebenen an der Erschaffung dieser mitreißenden, höchst kinetischen Orgie aus (CGI-)Blutfontänen und umherwirbelnden Personen beteiligt, dass man ruhigen Gewissens von echter Handwerkskunst sprechen kann. Erneut setzen Stahelski und sein Kameramann Dan Laustsen auf übersichtliche Kameraeinstellungen, die weit genug von der Action entfernt sind, um diese in all ihrer Pracht einzufangen und durch die bereits erwähnte niedrige Schnittfrequenz beeindrucken die zur Schau gestellten, körperlichen Fähigkeiten der Stars und Stuntleute umso mehr, da man ihnen konkret bei ihrer Arbeit zuschauen kann. Ganz klar, inszenatorisch ist hier weniger deutlich mehr.</p>
<p>Die Kampfchoreographien überraschen ein ums andere Mal, bei denen auch die nähere Umgebung und gewöhnliche Gegenstände in das bunte Treiben eingebunden werden und insgesamt haben sie gefühlt auch deutlich in der Anzahl zugelegt. Deren Wucht sucht im Hollywood-Mainstream ihresgleichen und dafür sorgen dann so berühmt-berüchtigte Actiondarsteller wie Cecep Arif Rahman, Yayan Ruhian (beide aus dem „The Raid“-Franchise) oder der legendäre Mark Dacascos. Aber natürlich zeigen sich auch die Stars wie Reeves und Halle Berry in absoluter Topform. Dazu kommen außerdem die schon aus den Vorgängern so bekannten, dynamischen Ballereien und die neuen tierischen Co-Stars entwickeln sich auch schnell zu echten Szenendieben. Man muss einfach anerkennend festhalten, dass „John Wick 3“ an der reinen Actionfront ein echtes Meisterwerk ist. </p>
<p>Erwartungsgemäß muss man allerdings erneut einige Abstriche in der Handlung in Kauf nehmen. Die „John Wick“-Trilogie nahm ja bekanntlich mit einer dermaßen simplen, geradezu hanebüchenen Prämisse ihren Anfang, dass diese selbst schon einen gewissen Kultfaktor besitzt. Trotzdem faszinierte die in den Filmen entworfene Parallelwelt der Profikiller mit ihren ganz eigenen Regeln und grundsätzlich taten Stahelski und Drehbuchautor Derek Kolstad sehr gut daran, diese in den späteren Filmen auszubauen.</p>
<p>Auch im dritten Film wird das Universum erweitert und zusätzlich werden auch neue Hintergründe zum Titelhelden selbst geliefert. Auf deren zumindest leicht entmystifizierenden Qualitäten hätte man aber getrost verzichten können und de facto dienen sie lediglich als Plotwerkzeug, um eine andere neue Figur kurz ins Spiel zu bringen. Wirklich neue Facetten ringen die Wick aber nicht ab, zumal er sich auch nicht nennenswert mit ihnen auseinandersetzt. Das ihn umgebende Rätsel und die Legenden, die man sich von ihm über seine früheren Jahre als Auftragskiller erzählte, waren schon ausreichend und der Plot über die Jagd auf ihn hätte auch ohne angedeutete Ursprungsgeschichte genug Bewegung, um die Erzählwelt an sich zu erweitern. In diesem Zusammenhang ist auch Halle Berrys Rolle bedauernswert klein geraten: Klar, sie darf in einer großen, fulminanten Actionszene zeigen, was sie draufhat und dabei macht sie eine umwerfend gute Figur (neben den unfassbar tollen Hunden). Nach kurzer Zeit verabschiedet sie sich aber wieder von der Leinwand und dann wird klar, dass auch sie nur eine Zwischenstation für John Wick darstellt und nicht viel mehr.</p>
<p>Ob die übrigen, inhaltlichen Neuerungen so viel gewinnbringend sind, ist durchaus diskutabel. Einmal mehr werden neue Erkenntnisse zum im Hintergrund agierenden High Table geliefert und vor allem darüber, wie er operiert. Neue Aspekte werden eingeführt und man fühlt sich durch sie an Regeln und Rituale realer Verbrecherorganisationen wie der japanischen Yakuza erinnert – so weit, so gut. Andere Facetten sind aber nicht nur weniger spannend, sondern regelrecht albern, auch für die ohnehin schon überhöhte Welt von „John Wick“. Immerhin ist Teil drei nicht nur der härteste, sondern überraschenderweise auch der lustigste Eintrag in der Reihe und das ist auch absolut positiv gemeint. Die betont zur Schau gestellte Förmlichkeit vieler Figuren wirkt im Kontext von Tod und noch mehr Tod wie großartig furztrockener Humor, ohne dabei dem Rest des Films in die Quere zu kommen. Am Ende des Tages darf man aber über die erzählerischen Schwächen getrost hinwegsehen, denn dafür passt <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/05/john_wick_kapitel_3_cover.jpg" alt="john_wick_kapitel_3_cover" title="john_wick_kapitel_3_cover" width="130" height="201" class="alignright size-full wp-image-12168" />alles andere an diesem Werk, das beweist: Der dritte Teil kann auch der beste einer Reihe sein.</p>
<p>Fazit: Blöde Story – aber egal! „John Wick: Kapitel 3“ ist ein orgiastisches Actionfest, das den Zuschauer mit Bluthochdruck zurücklässt. Famos!<br />
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> John Wick: Chapter 3 &#8211; Parabellum <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> Chad Stahelski <strong>Darsteller:</strong>  Keanu Reeves, Halle Berry, Ian McShane, Laurence Fishburne, Marc Dacascos <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt6146586">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Hellboy &#8211; Call of Darkness</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2019 11:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasie]]></category>
		<category><![CDATA[David Harbour]]></category>
		<category><![CDATA[Ian McShane]]></category>
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		<description><![CDATA[Fans haben lange auf einen neuen Film mit dem Titelhelden gewartet &#8211; zu lange. Aber wird ihre Geduld mit &#8220;Hellboy&#8221; endlich belohnt? Ich sage: Nein. Und eigentlich ist es noch viel, viel schlimmer.
Auf dem Weg zur Pressevorführung von &#8220;Hellboy&#8221; verrichtete nur wenige Meter vom Kino entfernt ein Vogel just in dem Moment seine Notdurft, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/04/hellboy_call_of_darkness_scene.jpg" alt="hellboy_call_of_darkness_scene" title="hellboy_call_of_darkness_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12160" />Fans haben lange auf einen neuen Film mit dem Titelhelden gewartet &#8211; zu lange. Aber wird ihre Geduld mit &#8220;Hellboy&#8221; endlich belohnt? Ich sage: Nein. Und eigentlich ist es noch viel, viel schlimmer.<span id="more-12159"></span></p>
<p>Auf dem Weg zur Pressevorführung von &#8220;Hellboy&#8221; verrichtete nur wenige Meter vom Kino entfernt ein Vogel just in dem Moment seine Notdurft, als er über den Autor dieser Zeilen flog. Die heimtückische Attacke ging glücklicherweise noch recht glimpflich aus und kann als Streifschuss zu den Akten gelegt werden. Im Nachhinein entpuppt sich dieser kleine Vorfall jedoch als böses Omen, als Vorbote für die Unmengen an filmischen Unrat, die sich nur wenig später von der Leinwand in den Kinosaal ergießen sollten, dass der innere Wunsch laut wird, man wäre doch lieber bis zur Ohnmacht von einem Taubenschwarm bombardiert worden. </p>
<p>Dabei standen die Vorzeichen zunächst einmal gar nicht so schlecht: Mit Neil Marshall (&#8221;The Descent&#8221;) übernahm ein horrorerprobter Spezialist die Regie und er und seine Mitstreiter wurden bis zuletzt nicht müde zu betonen, wie toll das Projekt doch sei und wie brutal doch alles werden würde. Die Besetzung von David Harbour (&#8221;Stranger Things&#8221;) war ebenfalls vielversprechend und Fans haben sehr lange auf einen weiteren Kinoausflug des Titelhelden warten müssen, weshalb diese sicher hochmotiviert den Lichtspielhäusern dieser Welt die Türen einrennen werden, sobald es geht. Was soll da noch schiefgehen?</p>
<p>Zumindest künstlerisch gesehen kann man getrost festhalten: So gut wie alles. Natürlich muss nicht jeder neue Film ein ästhetisches Wunderwerk sein oder den nächsten intellektuellen Diskurs über gesellschaftspolitische Themen lostreten. Seit jeher haben die bewegten Bilder auch unterhalten und es ist vollkommen legitim, wenn ein neuer Filmbeitrag sich dem Vergnügen des Publikums verschrieben hat und es für einige Stunden seinen Alltag und seine Probleme vergessen lässt. Und schließlich kann auch der größte Spaß noch handwerklich meisterlich inszeniert sein. Hin und wieder muss man aber seine Zeit mit einem Machwerk verbringen, das in seinem lauten, desorientierenden, überladenen und hyperaktiven Stumpfsinn die eigenen Synapsen nicht etwa schlafen legt, sondern jede vorhandene graue Zelle gezielt angreift und regelrecht pulverisiert, weshalb man angesichts dieser kolossalen, geistigen Unterforderung doch tatsächlich völlig überfordert nach Antworten sucht.</p>
<p>&#8220;Hellboy&#8221; ist so ein Film. Ein Comic-Blockbuster will Marshalls Regiearbeit wohl sein, nach einer bekannten Vorlage und mit vielen Millionen Dollar und noch mehr visuellen Effekten realisiert, die aber den Eindruck eines nur etwa dreistelligen Budgets erwecken. Rechenpower spielt aber nur eine geringe und zumeist auch gar keine Rolle, wenn der Rest der Inszenierung stimmt &#8211; aber davon könnte das vorliegende Ergebnis nicht weit genug entfernt sein. Die Kameraführung ist in den Actionszenen durchgängig hektisch und noch chaotischer und verwirrender ist der Schnitt: Zum Beispiel gibt es einen Moment, in dem Hellboy von einer Brücke fällt. Für einen gefühlten Sekundenbruchteil wird dabei auf eine Totale eben dieser Brücke geschnitten, aber in der Kürze erkennt man nicht, wo sich der Protagonist im Bild überhaupt befindet. Der ist nämlich irgendwo am linken Bildschirmrand versteckt (oder doch rechts?), während im Rest des Frames, und besonders in seiner Mitte, nichts geschieht. </p>
<p>Wer sich ein wenig mit Filmen beschäftigt, dürfte vielleicht mitbekommen haben, wie sich Cinephile im Netz über &#8220;Bohemian Rhapsody&#8221; aufgeregt haben. In aller Kürze: Der Film über das Leben und Schaffen von Freddie Mercury gewann dieses Jahr unter anderem den Oscar für den Besten Schnitt, obwohl, so zeigen Videos auf, die Qualität in dieser Hinsicht sehr zu wünschen übrig lässt. Eine Dialogszene wird dabei besonders hervorgehoben, da sie mehr Cuts enthält, als eine Actionszene in einem &#8220;Transformers&#8221;-Film. Furchtbares Filmemachen, so bekommt man den Eindruck &#8211; &#8220;Hellboy&#8221; jedoch ist zum Bersten voll mit solchen Beispielen. Dann muss man nur noch die schlechte Beleuchtung hinzugeben, die vieles im Dunkeln belässt, und fertig ist die ästhetische Grütze, die einen am Urteilsvermögen der Beteiligten zweifeln lässt &#8211; oder an ihrer Dioptrienzahl. </p>
<p>Da hilft es auch nicht, dass ganz am Ende Marshall scheinbar all seine Register zieht und einen bleihaltigen, flotten Pseudo-One-Take präsentiert, zu rockiger Musikuntermalung. Da werden Erinnerungen an die jetzt schon legendäre Kirchenszene aus dem ersten &#8220;Kingsman&#8221;-Film wach, von der man sich ganz offensichtlich inspirieren ließ, man aber zweifelsohne aufgrund genannter Mäkel nur die erbärmliche Billoversion zustandegebracht hat. </p>
<p>&#8220;Hellboy&#8221; ist also ein echter Weggucker, der einen auch dann bestraft, wenn man noch gewillt ist, hinzuhören. Denn offenbar hat man Material für gleich drei oder vier Filme in ein einziges Drehbuch gestopft, das wenig verwunderlich gefühlt eine Exposition nach der anderen liefert, in dem Hintergründe noch rasch und wie aus dem Nichts eingeschoben werden und das zusätzlich durch eine hanebüchene, unglaubwürdige, dysfunktionale Vater-Sohn-Beziehung beschwert wird, die nur Ärger als Emotion hervorruft. Dabei wird wunderbar zur Schau gestellt, dass man mit vielen, laut vorgetragenen Worten, noch lange nicht viel ausgesagt und vermittelt hat. Für die an und für sich talentierten Darsteller eine undankbare Aufgabe, darauf etwas zu machen und an der sie letztendlich scheitern.</p>
<p>Gibt es denn überhaupt etwas Positives zu erwähnen? Zum Teufel, ja! Die Masken und manche Creature-Effekte sind dann doch ganz gelungen und wären in einem anderen, echten Horrorfilm wunderbar aufgehoben: So sieht die im Film vorkommende Baba Jaga wunderbar scheußlich aus und ihr an &#8220;Der Exorzist&#8221; erinnernde Spider-Walk-artige Gang vervollständigen den schaurigen Anblick. Auch die riesigen Höllenkreaturen, die im Finale die Erdoberfläche betreten, sehen designtechnisch spannend aus und richten dabei ein herrliches Blutbad an, das die Herzen von Gorehounds schneller schlagen lässt. In diesem einen Punkt hat man auch seine Versprechen gehalten, denn in &#8220;Hellboy&#8221; fliegen die (CGI-)Fetzen wie schon lange nicht mehr auf der großen Leinwand. Aber leider, leider ist man nicht daran interessiert, genau diese Monster oder die an sich furchteinflößende Bedrohung, die sie darstellen, wirklich ernstzunehmen und ihnen den gebührenden Platz einzuräumen. So ist der Showdown schnell wieder vorbei, so wie er angefangen hat &#8211; und das kann man auch von &#8220;Hellboy&#8221; insgesamt als potenzielle Filmreihe sagen. <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/04/hellboy_call_of_darkness_cover.jpg" alt="hellboy_call_of_darkness_cover" title="hellboy_call_of_darkness_cover" width="130" height="193" class="alignright size-full wp-image-12161" />Was bleibt da also noch zu sagen?</p>
<p><strong>Fazit:</strong> &#8220;Hellboy&#8221; ist ein höllisch schlechter Film und wer sich den Eintritt spart, tut sich nicht nur selbst einen Gefallen, sondern auch allen anderen &#8211;  auf dass uns eine Fortsetzung erspart bleiben möge.</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Hellboy <strong>Land:</strong> USA, Uk, Bulgarien <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> Neil Marshall <strong>Darsteller:</strong> David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="">IMDB</a></p>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Wenn du König wärst</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2019 16:35:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Louis Ashbourne Serkis]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Sage um König Artus und das Schwert Excalibur wurde schon unzählige Male quer durch die Geschichte wieder und immer wieder erzählt, ob in der Literatur oder auch im Kino. Was also sollte man dem Stoff denn noch Neues abgewinnen? Regisseur Joe Cornish, der sich nach seinem Langfilm-Regiedebüt &#8220;Attack the Block&#8221; und ganzen acht Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/04/wenn_du_koenig_waerst_scene.jpg" alt="wenn_du_koenig_waerst_scene" title="wenn_du_koenig_waerst_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12154" />Die Sage um König Artus und das Schwert Excalibur wurde schon unzählige Male quer durch die Geschichte wieder und immer wieder erzählt, ob in der Literatur oder auch im Kino. Was also sollte man dem Stoff denn noch Neues abgewinnen? <span id="more-12153"></span>Regisseur Joe Cornish, der sich nach seinem Langfilm-Regiedebüt &#8220;Attack the Block&#8221; und ganzen acht Jahren zurückmeldet, verlegt den klassischen Erzählstoff in die Gegenwart und lässt einen kleinen Jungen die legendäre Waffe herausziehen.</p>
<p>Dieses Mal ist es aber nicht einfach irgendein Felsen, sondern ein kaputter Pfeiler auf einer Baustelle mitten in der Stadt, wo Alex (Louis Ashbourne Serkis, Sohn von Andy Serkis) Excalibur vorfindet. Zuvor ist er noch vor fiesen Mitschülern geflüchtet, die ihn schikanieren wollten. Doch mit dem Schwert in seinem Besitz, bekommt Alex eine ganz neue Aufgabe im Leben &#8211; und zwar England vor den dunklen Machenschaften der wiedererstarkten Zauberin Morgana (Rebecca Ferguson) und ihren Schergen zu beschützen&#8230;</p>
<p>Die Geschichte von &#8220;Wenn du König wärst&#8221; ist trotz des neuen Gewandes natürlich eine alte bekannte, die um andere bewährte Erzählmuster wie die des Coming-of-Age-Films angereichert wird und dadurch ein zusätzliches, emotionales Fundament erhält. Dieses sorgt auch dafür, dass man mit den Figuren mitfiebern kann: Alex, aber auch seine Mitstreiter machen eine deutlich erkennbare Entwicklung durch, an deren Ende aus Feinden Freunde geworden sind und man gemeinsam gestärkt aus dem Abenteuer hervorgeht. Dabei muss man die darstellerischen Leistungen der Nachwuchsschauspieler lobend erwähnen, die durchaus Talent an den Tag legen und man darf schon gespannt sein, wie sie sich in Zukunft noch entwickeln werden.</p>
<p>Dramaturgisch verläuft indes alles in recht geradlinigen und überraschungsfreien Bahnen. Man könnte dies vielleicht zielgruppengerecht nennen, denn inhaltlich sollte die Handlung niemanden vor allzu große Herausforderungen stellen und trotz vereinzelter finsterer Momente wird zu keiner Sekunde aus den Augen verloren, dass es sich hierbei um einen Kinderfilm handelt. Trotzdem kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass Cornish in seinem selbst verfassten Drehbuch ein wenig übertreibt: In regelmäßigen Abständen verbalisieren die Protagonisten das Geschehene und das, was noch kommt und ständig wird man vom Skript an die Hand genommen, bis es ein wenig zu viel der Erklärdialoge wird &#8211; hier wäre weniger durchaus mehr gewesen.</p>
<p>Zumindest stimmt beizeiten der Humor und die eingestreuten Aufnahmen der schönen Landschaft, durch die die Teeniegruppe läuft, lässt sogar ein wenig &#8220;Herr der Ringe&#8221;-Feeling aufkommen. Wenn am Ende dann eine ganze Schule von kleinen Knirpsen gegen eine Armee von Fantasiegestalten verteidigt wird, wirkt das sogar wie die kindgerechte Version der Schlacht von Helms Klamm. Das macht Spaß, denn es werden einige witzige Einfälle dargeboten. </p>
<p>Leider kann aber die Inszenierung in punkto Kreativität insgesamt nicht ganz mithalten. Klar, die erwähnten Landschaftsaufnahmen sind schön, aber darüber hinaus sieht &#8220;Wenn du König wärst&#8221; schrecklich uninspiriert aus und nervt auch mit fragwürdigen Entscheidungen: Nach einer kurzen Zeit fangen die ständig wiederholten und fast immer zur Gänze gezeigten Klatschrituale von Zauberer Merlin (Angus Imrie / Patrick Stewart) gewaltig an zu nerven &#8211; da hätten die Cutter ruhig noch ein wenig mehr dran schnippeln dürfen. Auch im großen Showdown kommt nicht alles ganz rund zusammen: Während ein vorheriges Pseudo-Finale noch adäquat dramatisch inszeniert wurde, lässt der finale Schlag am Ende zu wünschen übrig, da er fast schon beiläufig und zu schnell abläuft. Wenn man bedenkt, wie sehr sich die Handlung bis dahin zuspitzt, hätte man den großen Moment ruhig länger und größer auskosten dürfen &#8211; stattdessen aber geht alles in einem unübersichtlichen Effektegewitter unter, wobei auch noch Kamera und Schnitt den finalen Stoß nicht ansprechend ins Bild bekommen. Schade!</p>
<p>Und dennoch bietet &#8220;Wenn du König wärst&#8221; trotz der zwei Stunden Laufzeit kurzweilige Unterhaltung für jüngere Semester mit den richtigen Botschaften und sogar einem überraschend aktuellen Subtext: Die Alten hatten ihre Zeit, die junge Generation verändert und rettet die Welt, heißt es an einer Stelle. Passend dazu wirbt das deutsche Plakat mit &#8220;Ritter machen schulfrei&#8221; &#8211; <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/04/wenn_du_koenig_waerst_cover.jpg" alt="wenn_du_koenig_waerst_cover" title="wenn_du_koenig_waerst_cover" width="130" height="184" class="alignright size-full wp-image-12155" />die Parallelen zu den just in diesem Moment protestierenden Schülern bei den &#8220;Fridays for Future&#8221;-Demos wirken da geradezu prophetisch.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> &#8220;Wenn du König wärst&#8221; bietet solide Unterhaltung für die ganze Familie, die ästhetisch ruhig so viel Fantasie vertragen hätte, wie die Geschichte selbst.</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> The Kid Who Would Be King <strong>Land:</strong> UK, USA <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> Joe Cornish <strong>Darsteller:</strong> Patrick Stewart, Rebecca Ferguson, Louis Ashbourne Serkis <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt6811018">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Shazam!</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Mar 2019 09:50:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
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		<description><![CDATA[Welche Superkraft hättest Du gerne, wenn Du frei wählen könntest? Diese Frage dürften sich bestimmt schon viele einmal gestellt haben und die Antwort fällt sicher nicht leicht, schließlich haben sie irgendwie alle ihre ganz eigenen Vorzüge: Fliegen, enorme Stärke, Geschwindigkeit, was auch immer das Herz begehrt. Auch in „Shazam!“ wird der junge Protagonist an einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/03/shazam_scene.jpg" alt="shazam_scene" title="shazam_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12145" />Welche Superkraft hättest Du gerne, wenn Du frei wählen könntest? Diese Frage dürften sich bestimmt schon viele einmal gestellt haben und die Antwort fällt sicher nicht leicht, schließlich haben sie irgendwie alle ihre ganz eigenen Vorzüge: Fliegen, enorme Stärke, Geschwindigkeit, was auch immer das Herz begehrt. <span id="more-12144"></span>Auch in „Shazam!“ wird der junge Protagonist an einer Stelle danach gefragt, während er noch nicht ahnt, dass er schon bald über das Superhelden-Gesamtpaket verfügen wird. Und während er nach und nach seine neuen Fähigkeiten entdeckt, lernt er sich auch als Mensch besser kennen. Der Weg dorthin ist zum Brüllen komisch und hat das Herz am rechten Fleck.</p>
<p>Der versierte Comic(-film-)freund ahnt jetzt schon, dass das nach einer typischen Origin-Story klingt: Jemand bekommt unerwartet übernatürliche Kräfte verpasst, lernt, mit diesen umzugehen und wächst so nach und nach in die Rolle des Superhelden hinein – und dabei über sich selbst hinaus. So auch der rebellische Billy Batson (Asher Angel), ein Waisenjunge auf der Suche nach seiner Mutter, der eines Tages in das Versteck eines alten Zauberers (Djimon Hounsou) gebracht wird, der ihm prompt seine Macht überträgt. Fortan kann sich Billy in einen erwachsenen Helden mit Cape (Zachary Levi) verwandeln, wann immer er „Shazam“ ruft.</p>
<p>Die Erzählschablone, die über „Shazam!“ gestülpt wird, ist wie ein alter Bekannter, den man von früher kennt, lange nicht gesehen hat und jetzt auf ein entspanntes Bier trifft, um sich von guten alten Zeiten zu erzählen und über alte Geschichten zu schmunzeln. Schon oft wurde sie im Kino variiert und trotzdem wirkt sie hier sehr erfrischend, was zum einen daran liegen mag, dass man sie auf Blockbuster-Level zuletzt seltener zu Gesicht bekam: Im Vorfeld des Kinostarts wurde zum Beispiel mehr als nur einmal betont, dass zum Beispiel „Captain Marvel“ keine typische Ursprungsgeschichte erzählt, wie es für gewöhnlich immer am Anfang einer Superheldenkarriere der Fall ist. Figuren wie „Aquaman“ und „Wonder Woman“ wurden vor ihren Solofilmen eingeführt und sind schon von Natur aus mit Superkräften ausgestattet, während die einzelnen „Avengers“ schon lange echte Veteranen im Comicfilmgeschäft sind und niemandem mehr erklären müssen, warum sie so sind wie sie eben sind. Da tut es zur Abwechslung doch mal wieder gut, Billy bei seinen ersten Gehversuchen als neuer Held zuzuschauen, wodurch er sich im Geiste eher bei „Spider-Man: A New Universe“ einreiht als bei den eben genannten Beispielen.</p>
<p>Dass das so prächtig unterhält, liegt aber auch an der Kombination aus den richtigen Schauspielern, die mit perfektem Timing zwerchfellstrapazierende Witze zum Besten geben: Zachary Levi als erwachsener Billy ist an sich schon ein großes Vergnügen – zu jederzeit kauft man ihm das sprichwörtliche Kind im Manne ab, während er mit Jack Dylan Grazer den idealen komödiantischen Sidekick verpasst bekam, mit dem er sich die Gags nur so hin und her spielt. Das restliche Ensemble steht dem aber in nichts nach und natürlich muss man auch den Autoren Henry Gayden und Darren Lemke den nötigen Respekt erweisen für das humorige Dauerfeuerwerk.</p>
<p>Und dennoch tat Regisseur David F. Sandberg sehr gut daran, den ganzen Spaß und auch die obligatorische, effektgeladene Action auf ein emotionales Fundament zu stützen. Nie wird aus den Augen verloren, dass Billy seinen Platz in der Welt sucht. Die Szenen mit seiner neuen Pflegefamilie funktionieren dabei ganz gut, wobei Marta Milans und Cooper Andrews als neue Eltern jede Menge Aufrichtigkeit und Wärme ausstrahlen und auch die Interaktionen der Kinder untereinander fühlen sich richtig an. Der sehr wichtige Handlungsstrang über Billys Mutter und ihrer langen Abwesenheit wird aber gefühlt ein wenig zu grob und zu beiläufig abgehandelt. Dafür, dass dieser Teil der Erzählung ein zentraler Baustein für die Motivation Billys ist, wird ihm in wichtigen Momenten zu wenig Zeit eingeräumt. Trotz des insgesamt sehr leichten Tonfalls des Films, hätte es genau hier etwas mehr Sorgfalt und Emotionalität sein dürfen. Und wo wir schon bei Kritikpunkten sind: Mark Strong ist ein viel zu guter Schauspieler, um nicht allein aufgrund seiner Präsenz zu überzeugen. Dennoch hätten seinem Bösewicht Dr. Thaddeus Sivana ein paar Nuancen mehr in der Figurenzeichnung sicher nicht geschadet.</p>
<p>Die Mäkel sind aber insgesamt betrachtet eher marginal und können nicht den sehr positiven Eindruck von einem Film schmälern, der so unverschämt entwaffnend darauf verzichtet, <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/03/shazam_cover.jpg" alt="shazam_cover" title="shazam_cover" width="130" height="193" class="alignright size-full wp-image-12146" />viel mehr sein zu wollen als er tatsächlich ist und stattdessen vor allem hervorragend unterhält. Bei „Shazam!“ darf man als Zuschauer wieder ganz unbeschwert vom eigenen Superheldentum träumen.</p>
<p>Fazit: Bei „Shazam!“ wird ganz scharf mit Lachsalven geschossen, die selbst den größten Comic-Nörgler treffen werden. Ein Fest!<br />
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Shazam! <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> David F. Sandberg <strong>Darsteller:</strong> Zachary Levi, Djimon Hounsou, Michelle Borth, Mark Strong <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt0448115">IMDB</a>, <a href="http://www.amazon.de/dp/%20/B07PPQ8MBQ/ref=nosim?tag=movsha-21">Amazon</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Wir</title>
		<link>http://movie-shack.de/wir.html</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2019 23:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Moss]]></category>
		<category><![CDATA[Lupita Nyong'o]]></category>

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		<description><![CDATA[Jordan Peele bewies mit seinem Regiedebüt „Get Out“ sogleich, dass er ein wahrer Meister des Fachs ist. Nun erscheint dieser Tage mit „Wir“ sein nächster unheimlicher Streich und an dieser Stelle verrate ich euch, ob sich der Gang ins Kino lohnen wird oder nicht.
In dem US-amerikanischen Comic-Klassiker „Calvin &#038; Hobbes“ erfindet der sechsjährige Calvin eines [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/03/wir_scene.jpg" alt="wir_scene" title="wir_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12140" />Jordan Peele bewies mit seinem Regiedebüt „Get Out“ sogleich, dass er ein wahrer Meister des Fachs ist. Nun erscheint dieser Tage mit „Wir“ sein nächster unheimlicher Streich und an dieser Stelle verrate ich euch, ob sich der Gang ins Kino lohnen wird oder nicht.<span id="more-12139"></span></p>
<p>In dem US-amerikanischen Comic-Klassiker „Calvin &#038; Hobbes“ erfindet der sechsjährige Calvin eines Tages einen sogenannten Duplikator – ein einfacher Pappkarton, auf den er lediglich die Funktion geschrieben hat, um den Gegenstand arbeitstüchtig zu machen. Prompt klont er sich selbst und herauskommt ein identisches Abbild, das ihm nicht nur optisch ähnelt, sondern auch all seine schlechten Manieren mitbringt. Hobbes, sein in seiner Fantasie lebendiger Plüschtiger, kommentiert trocken, dass es sich wahrlich um eine originalgetreue Kopie von dem Jungen handelt. Und was sagt Calvin? „Was soll das heißen? Der Kerl ist ein totaler Penner!“</p>
<p>Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, dass sich Jordan Peele für seine zweite Regiearbeit &#8220;Wir&#8221; von &#8220;Calvin &#038; Hobbes&#8221; inspirieren ließ und die Idee eines Horrorfilms würdig um Blut und Schrecken verschärft hat: Die Familie Wilson verbringt ihren Urlaub im sonnigen Santa Cruz, um mal so richtig abzuschalten. Nach einem Strandausflug mit Freunden will man den Tag im schicken Ferienhaus ausklingen lassen, als plötzlich vier dubiose Fremde in der Einfahrt stehen. Schnell artet die Situation aus und es stellt sich heraus, dass es sich um exakte Doppelgänger der Wilsons handelt &#8211; allerdings führen sie etwas ganz Böses im Schilde&#8230;</p>
<p>Die wandelnden Spiegelbilder benehmen sich tatsächlich wie &#8220;totale Penner&#8221; &#8211; prügelnd, schlitzend, schneidend und stechend bahnen sich die finsteren Versionen der Protagonisten ihren Weg und lassen den Puls schneller schlagen, während die Prämisse an sich das Mysterium und die Spannung aufrecht erhält. Schon sehr früh macht das Drehbuch aber klar, dass der Grusel nur ein Aspekt von &#8220;Wir&#8221; ist. Jordan Peele war vor seinem gefeierten &#8220;Get Out&#8221; vor allem mit Keegan-Michael Key eher in lustigen Gefilden unterwegs und das zeigt sich auch in seinem neuesten Wurf: In &#8220;Wir&#8221; darf nämlich genauso oft herzhaft gelacht wie laut aufgeschrien werden. Szenen von hoher, nervenzerrender Intensität halten sich so die Waage mit zum Zeil albernen Slapstickeinlagen und witzigen Sprüchen. Der Humor wirkt aber bisweilen ein wenig erzwungen, wie etwa eine etwas zu sehr als schlaue Nostalgie unter die Nase geriebene Anspielung auf die &#8220;Micro Machines&#8221;-Spielsachen oder &#8220;Kevin &#8211; Allein zu Haus&#8221;. In den besten Momenten funktioniert der Spaß ganz gut, doch bleibt zumindest ein latentes Gefühl der tonalen Unausgegorenheit: Als Horrorfilm ist &#8220;Wir&#8221; natürlich viel zu lustig, als Horrorkomödie ist er aber mitunter zu packend und atmosphärisch dicht. Auch wenn der Mix insgesamt nicht allzu stimmig wirkt, die Elemente an sich, das muss man dem Film lassen, sind jedoch formidabel und damit für sich sehr unterhaltsam und vor allem sehr gekonnt in Szene gesetzt. Die Kameraarbeit ist sehr gelungen, im Finale gibt es zudem eine grandios parallel montierte Sequenz zu bestaunen.</p>
<p>Derweil haben die Schauspieler sichtlich viel Spiellaune mitgebracht, denn dank ihrer Doppelrollen bekommen sie jede Menge Möglichkeiten, ihr Talent voll auszuschöpfen, wobei sich Lupita Nyong&#8217;o in der Hauptrolle ganz besonders hervortut. Die Oscarpreisträgerin (für &#8220;12 Years a Slave&#8221;) geht in die Vollen und kreiert überzeugend zwei Seiten einer Figur und meistert darüber hinaus auch die physischen Aspekte des Drehs. Elisabeth Moss, hier in einer kleinen Nebenrolle, legt wiederum den unheimlichsten weil weichesten Übergang von einem entsetzten Heulen zum psychopathischen Lachgesicht an den Tag, dem man in jüngerer Vergangenheit zuschauen konnte.</p>
<p>Sie alle spielen je zwei Seiten einer Figur und ähnlich wie beim eingangs erwähnten &#8220;Calvin&#8221;-Comic, wird unter anderem die Frage aufgeworfen, wie man wohl auf sich selbst reagieren würde, wenn auf einmal das eigene Ebenbild vor einem stünde und man plötzlich die Fehler an sich selbst bemerken würde. In &#8220;Wir&#8221; ist Peele dabei nicht an subtile Unterschiede in der Charakterisierung interessiert, die Gegenstücke sind nämlich ganz klar als dämonische Versionen überzeichnet. Als Visualisierung und gedankenanregende Auseinandersetzung mit der uns innewohnenden Dualität funktioniert &#8220;Wir&#8221; trotzdem ganz prächtig, wobei mit der Zeit mindestens noch eine allgemein gesellschaftskritische Dimension hinzukommt, auf die aber an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll &#8211; es soll ja schließlich nicht zu viel verraten werden. Sicher ist aber, dass &#8220;Wir&#8221; auf der Ebene der simplen Unterhaltung funktioniert und zusätzlich ordentlich Interpretationsstoff liefert, der nur ganz am Ende von einem etwas längeren Eklärmonolog ein wenig ausgebremst wird.<br />
<img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/03/wir_cover.jpg" alt="wir_cover" title="wir_cover" width="130" height="184" class="alignright size-full wp-image-12141" /><br />
Fazit: Schmunzeln, schaudern, schlau sein &#8211; &#8220;Wir&#8221; ist ein Überraschungsei von einem Film, das vielseitige Unterhaltung bietet und sich kleine Schwächen in der Ausbalancierung seiner Elemente leistet.</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Wir <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> Jordan Peele <strong>Darsteller:</strong>  Lupita Nyong&#8217;o, Elisabeth Moss, Winston Duke <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt6857112">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Mid90s</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2019 12:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Komödie]]></category>
		<category><![CDATA[Jonah Hill]]></category>
		<category><![CDATA[Katherine Waterston]]></category>
		<category><![CDATA[Lucas Hedges]]></category>
		<category><![CDATA[Sunny Suljic]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Rezensent oder Kritiker eines Films sollte man es doch gemeinhin besser wissen und das zu besprechende Werk möglichst mit einem von Fachwissen geprägten Abstand betrachten, um ihm gerecht zu werden. Emotionen, die man beim Schauen gespürt hat, wollen anschließend in Worte gefasst und genauestens reflektiert werden und extrem banal ausgedrückt wollen Empfinden und Urteil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/01/mid90s_scene.jpg" alt="mid90s_scene" title="mid90s_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12131" />Als Rezensent oder Kritiker eines Films sollte man es doch gemeinhin besser wissen und das zu besprechende Werk möglichst mit einem von Fachwissen geprägten Abstand betrachten, um ihm gerecht zu werden. Emotionen, die man beim Schauen gespürt hat, wollen anschließend in Worte gefasst und genauestens reflektiert werden und extrem banal ausgedrückt wollen Empfinden und Urteil ausführlich formuliert werden. <span id="more-12130"></span>Doch am Ende des Tages haut auch nur ein Mensch in die Tasten und manchmal wird man dann von Gefühlen regelrecht überwältigt, dass die kritische Distanz den Hut nehmen muss. Bei &#8220;Mid90s&#8221;, dem Spielfilm-Regiedebüt von Schauspielstar Jonah Hill, wird es extrem nostalgisch, womit er durchaus in Zeiten von allgemeiner Retro-Begeisterung, die 80er zitierende Serien wie &#8220;Stranger Things&#8221; oder 90er-Jahre-Partys den (Hipster-)Nerv voll treffen wird.</p>
<p>Die 90er: Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) wächst mit seiner alleinerziehenden Mutter (Katherine Waterston) und seinem Bruder (Lucas Hedges) auf. Es ist die goldene Ära im HipHop, die Hosen werden Baggy und damit tief und weit getragen und die Jugend rollt auf Skateboards durch die Gegend, auf alle Regeln pfeifend, während sie ihre ganz eigenen aufstellt. Stevie möchte dazugehören und auch mit den coolen Kids herumhängen. Langsam freundet er sich mit einer Gruppe Jungs an. Erst bekommt er einen Spitznamen verpasst, dann folgt das erste richtig gute Rollbrett &#8211; und ab dafür. Für Stevie eröffnet sich eine neue Welt der Anerkennung und der ersten sexuellen Erfahrungen. Aber als Heranwachsender sind die Grenzen noch nicht klar definiert und Stevie wird sie früher ausloten müssen, als ihm lieb ist&#8230;</p>
<p>Von der allerersten Sekunde an wird klar, dass &#8220;Mid90s&#8221; sich nicht einfach nur damit begnügt, die 90er anhand zahlreicher Referenzen wieder aufleben zu lassen. Das Bildformat ist 4:3, gedreht wurde ausschließlich auf 16mm und selbst der Ton klingt mehr nach guten altem Stereo als nach modernstem Dolby Atmos. Alleine technisch wirkt der Film deshalb mehr wie eine wieder entdeckte Privataufnahme, die Jahre im Keller oder auf dem Dachboden vor sich hinschlummerte, als wie eine professionelle Filmproduktion. Natürlich fehlen aber auch alle notwendigen Memorabilia nicht, um die dargestellte Zeit definitiv als die 90er zu etablieren: Gleich zu Beginn betritt Stevie das Zimmer von Bruder Ian, an den Wänden hängen zahlreiche Poster von Rap-Acts aus der Zeit wie dem Wu-Tang Clan oder Mobb Deep, in den Regalen sind die klassischen Alben in CDs aufgereiht. In anderen Szenen wird wahlweise auf dem Super Nintendo oder der uralten Sony Playstation gezockt, der Kleidungsstil und die Marken passen zur Dekade.</p>
<p>Man muss aber dazu erwähnen: Das sind die &#8220;coolen&#8221; 90er, die, die man damals erlebte, wenn man die entsprechenden Interessen hatte und den dazugehörigen Geschmack in punkto Musik, Mode, Lifestyle. Von den Backstreet Boys und den Spice Girls fehlt jede Spur, auch Techno erklingt nirgendwo und erst recht nicht &#8220;Barbie Girl&#8221; &#8211; stattdessen ganz programmatisch &#8220;93 &#8217;til Infinity&#8221; von den Souls of Mischief oder &#8220;Liquid Swords&#8221; von GZA/Genius zu Ollies, Kickflips oder Crooked Grinds. Wer also schon damals nicht dazu gehörte, wird &#8220;Mid90s&#8221; möglicherweise &#8220;nur&#8221; als akkurates Abbild von damals gepaart mit einer Coming-of-Age-Geschichte wahrnehmen. Und das wäre ja an sich auch schon vollkommen ausreichend.</p>
<p>Aber wer diese Zeit aktiv durchlebt hat und sich auch mit der dargestellten, zugegebenermaßen recht spezifischen Szene identifizieren kann, muss sich beim Kauf eines Kinotickets auf etwas gefasst machen: Der Look und die Sounds packen einen gleich zu Beginn fest an den Schultern und zerren den Zuschauer in diese Zeitkapsel, aus der es für die folgenden 85 Minuten kein Entrinnen gibt &#8211; Nostalgie ist eben ein wirklich mächtiges Gefühl.</p>
<p>Die oberflächlichen Flashbacks sind aber nur die halbe Miete, denn trotz alledem muss eine Geschichte erzählt werden. Diese mag eigentlich nicht besonders herausragend anmuten, aber Hill tat gut daran, diese mit Blick auf seinen jungen Protagonisten einfühlsam und nuanciert voranzutreiben. Und hier setzt die nächste, weitaus stärkere Nostalgiestufe ein &#8211; zumindest für den Autor dieser Zeilen: Seine wahre Wirkung entfaltet &#8220;Mid90s&#8221; nämlich nicht im bloßen Wiedersehen und Wiedererkennen, sondern vor allem im Wiedererleben.</p>
<p>Die Schüchternheit, mit der Stevie an die coolen Jugendlichen herantritt und die leise Hoffnung, von ihnen bemerkt, akzeptiert und aufgenommen zu werden, das spürbare High, wenn man sich seine Sporen so langsam verdient, auch die Prügeleien mit dem älteren Bruder, der Leichtsinn, der zutage tritt, wenn man sich und anderen etwas beweisen will &#8211; Hill erzählt von einem Leben, das auch andere genauso in jungen Jahren gelebt haben dürften. Es geht nicht einzig nur darum, Vergangenes authentisch zu zeigen, das alleine reicht nicht. Aber die Kombination der Retro-Darstellung mit einem innig spürbaren Gefühl für die eigenen prägenden Jahre sorgt für emotionale Vertrautheit, als wäre man nach all den Jahren des Erwachsenseins wieder zurück zu seinen Wurzeln heimgekehrt. Das macht &#8220;Mid90s&#8221; besser als vergleichbare Werke in Film und Fernsehen: Hills Film zitiert sich nicht einfach durch eine Dekade, er fühlt sich wirklich wie ein Artefakt dieser Zeit an.</p>
<p>Da kann man dann auch verschmerzen, dass inbesondere Katherine Waterston und Lucas Hedges als Nebenfiguren ultimativ verschenkt und unterentwickelt bleiben. In ihren Szenen überzeugen sie, aber es sind nicht sehr viele und ihre Konflikte mit dem von Sunny Suljic gespielten Stevie werden gar nicht weiter aufgelöst. Hier war durchaus Potenzial, aber andererseits macht Hill nie einen Hehl daraus, dass die Geschichte fast ausschließlich aus den Augen von dem kleinen Hauptprotagonisten erzählt wird &#8211; <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/01/mid90s_cover.jpg" alt="mid90s_cover" title="mid90s_cover" width="130" height="203" class="alignright size-full wp-image-12132" />und dem sind nun einmal seine Freunde und Skatboarding gerade sehr viel wichtiger als seine eigene Familie.</p>
<p>Fazit: &#8220;Mid90s&#8221; ist eine nicht nur kosmetisch, sondern auch emotional authentische Reise zurück in eine ganz besondere Zeit. </p>
<p>(Kinostart: 07.03.2019)</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Mid90s <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2018 <strong>Regie:</strong> Jonah Hill <strong>Darsteller:</strong> Sunny Suljic, Katherine Waterston, Lucas Hedges <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt5613484">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt</title>
		<link>http://movie-shack.de/drachenzaehmen-leicht-gemacht-die-geheime-welt.html</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2019 13:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>
		<category><![CDATA[Animation]]></category>
		<category><![CDATA[Cate Blanchett]]></category>
		<category><![CDATA[Gerard Butler]]></category>
		<category><![CDATA[Jonah Hill]]></category>

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		<description><![CDATA[Der dritte Teil einer Trilogie, so die weit verbreitete Annahme, ist immer der schwächste. In der Tat gibt es zur Genüge Filmreihen, auf die das tatsächlich zutreffen mag, doch ebenso hat die Geschichte auch zahlreiche Gegenbeispiele hervorgebracht: &#8220;Der Herr der Ringe&#8221; dürfte da als modernes Vorzeigeexemplar gelten, die &#8220;Planet der Affen&#8221;-Prequelfilme wurden ebenfalls hochgelobt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/01/drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_scene.jpg" alt="drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_scene" title="drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12119" />Der dritte Teil einer Trilogie, so die weit verbreitete Annahme, ist immer der schwächste. In der Tat gibt es zur Genüge Filmreihen, auf die das tatsächlich zutreffen mag, doch ebenso hat die Geschichte auch zahlreiche Gegenbeispiele hervorgebracht: <span id="more-12118"></span>&#8220;Der Herr der Ringe&#8221; dürfte da als modernes Vorzeigeexemplar gelten, die &#8220;Planet der Affen&#8221;-Prequelfilme wurden ebenfalls hochgelobt und auch im Animationsfilmsektor galt lange Zeit &#8220;Toy Story 3&#8243; als der krönende Abschluss eines wegweisenden Franchises in diesem Bereich &#8211; bis &#8220;Toy Story 4&#8243; angekündigt wurde. Kommerziell durchaus erfolgreich, wenn auch im Vergleich zur Konkurrenz von Disney, Pixar oder den &#8220;Minion&#8221;-Machern sträflich unterschätzt, sind die &#8220;Drachenzähmen leicht gemacht&#8221;-Filme. Zwei Kinofilme umfasste bislang die Marke und nun wird auch sie mit &#8220;Drachenzähmen leicht gemacht: Die geheime Welt&#8221; zu einer Trilogie abgeschlossen. Die hohen Erwartungen werden dabei gänzlich erfüllt &#8211; das dritte Abenteuer von Hicks und Ohnezahn bildet den perfekten Abschluss einer Reise, die vor neun Jahren ihren Anfang nahm.</p>
<p>Einige Zeit ist schon ins Land gezogen, seitdem Hicks zum neuen Oberhaupt von Berk gekürt wurde. Seitdem hat er unermüdlich daran gearbeitet, noch mehr Drachen zu sich zu holen, damit diese mit den Menschen friedlich zusammenleben können. Dass seine Heimat aus allen Nähten zu platzen und im Chaos zu versinken droht, ist da nur ein kleiner Teil der vielen Probleme. Für ihn und Astrid könnte schon bald der nächste Schritt in ihrer Beziehung bevorstehen und auch Ohnezahn erlebt zum ersten Mal so etwas wie Frühlingsgefühle. Zu allem Überfluss jedoch taucht mit Grimmel eine neue Bedrohung auf, denn der hat alle Nachtschatten auf dem Gewissen und ist darauf erpicht, sein tödliches Werk mit Ohnezahn zu vollenden&#8230;</p>
<p>Man mag es kaum glauben, wie viel mehr neue Rechenpower die verschiedenen Studios Jahr für Jahr für ihre computeranimierten Filme aus dem Hut zaubern, aber auch bei &#8220;Drachenzähmen 3&#8243; wurde technisch noch einmal ein ganzer Brocken im Vergleich zum Vorgänger draufgelegt. Die Fülle an Details ist geradezu überbordend und in vielen Szenen sind so viele große wie kleine Elemente innerhalb des Frames vorhanden und in Bewegung, dass man manchmal überall gleichzeitig hinschauen möchte. Bei Projekten dieser Größenordnung und mit Produktionsbudgets jenseits der 100 Millionen ist das nichtsdestotrotz zu erwarten.</p>
<p>Aber kann die technische Versiertheit letztendlich auch gewinnbringend eingesetzt werden? Oh ja, durchaus. Besonders profitieren dabei die Figuren selbst, denn ihre mimische Ausdrucksfähigkeit scheint weiter verbessert worden zu sein, wodurch subtilere, wortlose Gesten und Nuancen in der Mimik sichtbar zum Vorschein gebracht werden können, was letztendlich auch der Erzählung und der Vertiefung der Figuren nur zugutekommt. Inszenatorisch lassen sich Regisseur Dean DeBlois und sein Team auch nicht lumpen und dafür konnten sie zum dritten Mal auf das Talent von Oscarpreisträger Roger Deakins als visueller Berater bauen. So familienfreundlich alles auf den ersten Blick aussehen mag, die Farbpalette wirkt niemals zu bunt und knallig, sondern der Zeit und Thematik angepasst und die fein gestalteten und gerahmten Bilder werden oft genug in stimmiges Licht eingetaucht, so dass der dritte &#8220;Drachenzähmen&#8221;-Film schlichtweg eine ganze Spur edler und geschmackvoller aussieht als der Großteil der Konkurrenz. Als Sahnehäubchen gibt es zu Anfang noch eine längere Einstellung, in der ohne Schnitt die Action abgeht!</p>
<p>Doch was die Reihe schon immer von anderen abhob, und was hiermit nur weiter zementiert wird, ist die emotionale Tiefe. Ja sicher, es gibt auch jede Menge größere wie kleinere lustige Momente, doch niemals driftet das Geschehen in puren Klamauk oder in Hysterie ab. Und auch die Anbiederung an die Popkultur mittels Meta-Humor und Referenzen oder bissige Kommentare zum Zeitgeist allgemein, wie man sie immer öfter bei anderen Animationsfilmen sieht, finden erfrischenderweise nie statt. Dadurch mögen die einzelnen Teile inhaltlich zunächst nicht sehr innovativ und vielmehr traditionell erscheinen, aber das wird durch behutsam und geduldig aufgebaute Beziehungen mehr als wieder wettgemacht &#8211; so auch in &#8220;Die geheime Welt&#8221;.</p>
<p>Konsequent werden Hicks, Ohnezahn und die anderen weiterentwickelt, wodurch sich neue, persönliche Herausforderungen ergeben, deren Bewältigung in vielen leisen und rührenden Momenten verhandelt werden. Dass man mittlerweile beim dritten Film angelangt ist, zahlt sich jetzt auch in der Hinsicht vollends aus: Als Zuschauer hat man diese Reise mit den Figuren begonnen, sie ins Herz geschlossen, und wenn sich nun das Ende abzeichnet, kommt man nicht drumherum, beinahe während der gesamten Laufzeit einen dicken Kloß im Hals zu verspüren. Taschentücher sollten vorsichtshalber definitiv beim Kinobesuch griffbereit sein!</p>
<p>Der Weg zum krönenden Abschluss, bei dem sicher alle Dämme brechen werden, ist erzählerisch jedoch ein klein wenig holprig geraten. Ruhige wie romantische Szenen und Sequenzen bekommen alle Zeit der Welt, um ihre visuelle Schönheit und emotionale Wirkung voll zu entfalten und funktionieren dahingegend einfach perfekt &#8211; und das ist ganz klar das Wichtigste. Trotzdem muss nebenher auch ein Plot vorangetrieben werden, in dessen Zentrum wieder einmal ein Bösewicht steht. Der ist das mit Abstand schwächste Element im Film, denn seine Motivation wird nie klar herausgearbeitet und leider fehlt ihm auch das nötige, sinistere Charisma, um ihn wirklich im Gedächtnis zu behalten.</p>
<p>Grimmel ist jedoch leider extrem austauschbar und blass und wirkt nur wie ein Mittel zum Zweck, um die Geschichte in Gang zu halten. Dessen Auseinandersetzungen mit den Drachenreitern wirken dramaturgisch manchmal ein wenig beliebig und der große Showdown, so toll er auch inszeniert sein mag, fühlt sich ein wenig zu gehetzt an, als wolle man das schnell abhaken. Der richtige Rhythmus kommt dem Werk da ein wenig abhanden. Das ist allerdings direkt im Anschluss sofort wieder vergessen, wenn sich der Kreis zum ersten Teil schließt <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2019/01/drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_cover.jpg" alt="drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_cover" title="drachen_zaehmen_leicht_gemacht_3_cover" width="130" height="206" class="alignright size-full wp-image-12120"und Fans dann endgültig von ihren geliebten Figuren Abschied nehmen müssen. Was bleibt ist die Erinnerung an eine der besten Filmtrilogien der letzten zehn Jahre und sicher die beste Hollywood-Animationsfilmreihe seit "Toy Story".</p>
<p><strong>Fazit:</strong> &#8220;Drachenzähmen leicht gemacht: Die geheime Welt&#8221; ist ein würdiger, hochemotionaler und äußerst zufriedenstellender Abschluss, bei dem kein Auge trocken bleibt.</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> How to Train Your Dragon: The Hidden World <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2019 <strong>Regie:</strong> Dean DeBlois <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt2386490">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Die Unglaublichen 2</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Dec 2018 16:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>
		<category><![CDATA[Animation]]></category>
		<category><![CDATA[Brad Bird]]></category>
		<category><![CDATA[Craig T. Nelson]]></category>
		<category><![CDATA[Holly Hunter]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal bewahrheitet es sich doch, dass endlich gut wird was lange währt. In den letzten Jahren traf das sicherlich auf &#8220;Mad Max: Fury Road&#8221; zu, schließlich lagen zwischen George Millers Actionmeilenstein und dem direkten Vorgänger läppische 30 Jahre. Ganz so lange musste die Filmwelt nicht auf &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; warten &#8211; es waren &#8220;nur&#8221; 14 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/die_unglaublichen_2_scene.jpg" alt="die_unglaublichen_2_scene" title="die_unglaublichen_2_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12111" />Manchmal bewahrheitet es sich doch, dass endlich gut wird was lange währt. In den letzten Jahren traf das sicherlich auf &#8220;Mad Max: Fury Road&#8221; zu, schließlich lagen zwischen George Millers Actionmeilenstein und dem direkten Vorgänger läppische 30 Jahre. Ganz so lange musste die Filmwelt nicht auf &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; warten &#8211; es waren &#8220;nur&#8221; 14 Jahre &#8211; <span id="more-12110"></span>trotzdem ist Brad Birds erneuter Ausflug in die Welt der Superhelden ein tolles Beispiel dafür, wie gut Fortsetzungen wirklich sein können, wenn man nur zur Genüge Liebe, Mühen und, ja, Zeit investiert.</p>
<p>So gar keine Zeit wird allerdings im Film selbst vergeudet, denn der startet genau da, wo der erste Teil aufgehört hat: Der Tunnelgräber greift die Stadt an und will diese terrorisieren und so ganz nebenbei Banken ausrauben. Zum Glück ist Familie Parr zur Stelle, um den Plan des Fieslings mit ihren Superkräften zu vereiteln. Die Öffentlichkeit ist allerdings nicht so erfreut über ihren heldenhaften Einsatz, schließlich geht dabei eine ganze Menge kaputt. Zum Glück tritt der Geschäftsmann Winston Deavor auf den Plan, der ein großer Fan von Superhelden ist und mit einer groß angelegten Kampagne dafür sorgen will, dass diese endlich wieder ganz legal die Menschheit beschützen dürfen. Im Zentrum dieser neuen Sympathie-Offensive soll Elastigirl stehen &#8211; sehr zum Leidwesen von Mr. Incredible, der auf einmal mit seiner Verantwortung als Vater konfrontiert wird. Doch volle Windeln von Baby Jack-Jack und die aus den Fugen geratende Gefühlswelt von Tochter Violetta sind bald die geringsten Sorgen der Parrs: Mit dem Screenslaver tritt eine neue Bedrohung auf und die ist mächtiger, als je ein Feind zuvor&#8230;</p>
<p>Was macht eine gute Fortsetzung aus? Ob es nun das eine Patentrezept gibt, ist fraglich, aber sicher sollte sie dem Zuschauer einerseits viel Vertrautes geben, an das dieser anknüpfen kann und andererseits diese bekannten Elemente um neue bereichern oder diese verbessern. In &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; ist vieles bekannt und auch das Wissen darum wird vorausgesetzt: Besonders in der ersten halben Stunde und darüber hinaus wird auf Gegebenheiten und Ereignisse aus dem ersten Film Bezug genommen &#8211; wer also in den 14 Jahren dazwischen vergessen haben sollte, worum es noch mal ging, sollte sein Gedächtnis tunlichst auffrischen. Fans freuen sich jedenfalls über das Wiedersehen mit der im Mittelpunkt stehenden Familie und den spezifischen Figurendesigns. Mag sein, dass in der Zwischenzeit die technischen Möglichkeiten sehr viel weiter gekommen sind, aber durchaus erfreulich ist es, dass der Film diese gefühlt nur nebenher in der größeren Detailfülle demonstriert. Ansonsten fühlen sich beide Teile erstaunlicherweise wie aus einem Guss an, ohne den ersten künstlich auf- und den neuen Film abzuwerten.</p>
<p>&#8220;Die Unglaublichen&#8221; war seinerzeit nicht nur ein grandioser Animationsfilm, eine lustige Komödie und ein Werk für die ganze Familie, sondern er war auch ein formidabler Actionfilm. Anhänger dürfte es sicher freuen, dass nun auch der zweite Teil in der Hinsicht genau da weitermacht und noch mal eine Schippe drauf legt: Wann immer es zur Sache geht, kann die animierte wie echte Konkurrenz einpacken. So rasant, atemberaubend und zugleich einfallsreich geht es seltem im Mainstream-Actionkino zu, ein Großteil Hollywoods sollte beschämt sein, ausgerechnet von einem &#8220;Kinder&#8221;-film gezeigt zu bekommen, wie es geht. Schnelle Verfolgungsjagden sind mit dabei, ebenso wie suspense-geladene Momente, die fast schon wie aus einem Thriller wirken und beinahe zu intensiv für die ganz Kleinen sein könnten. Immer mit dabei: Die Superkräfte der Beteiligten, mit denen wieder äußerst kreativ umgegangen wird &#8211; die Actionsequenzen strotzen nur so vor neuen Ideen.</p>
<p>Das abgewackelte Feuerwerk wäre aber vollkommen nutzlos, wenn einem die Figuren in dessen Zentrum herzlich egal wären. Bird und sein Team taten aber verdammt gut daran, der im Vorgänger so behutsam aufgebauten Familie Parr mit all ihren familiären Problemen reichlich Zeit für zwischenmenschliche Momente einzuräumen. Hier zeigt sich dann eine weitere Ausnahmequalität des Films und insbesondere des Drehbuchs aus der Feder des Filmemachers selbst: Die Konflikte, sei es zwischen Bob und Helen oder mit Violetta und Dash, wirken nicht wie bloßes Alibi-Beiwerk und auch nicht wie eine Abfolge stumpfer Klischees. Tatsächlich haben die Dialoge und die darin transportierten Emotionen etwas sehr realistisches an sich, die Diskussionen und Streitgespräche der Eltern sind auch wirklich angemessen reif und klug &#8211; man kann stets die Argumente beider Seiten sehr gut nachvollziehen, was sowohl ihnen als auch dem Film selbst mehr Tiefe und emotionale Substanz verleiht. Während in vielen hochbudgetierten Spektakeln sicher die Action das Hautpverkaufsargument ist, bei &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; begegnen sich Krawall und ruhige Momente auf absoluter Augenhöhe. </p>
<p>Mehr noch: Während im ersten Film Mr. Incredible den Helden auf eigener Mission geben durfte, darf dieses Mal Elastigirl den Ton angeben. Das mag ihr Ehemann nicht, der nicht nur mit seiner Rolle als Aufpasser der Kinder Probleme bekommt, sondern auch mit seinem männlichen Selbstverständnis. Er fühlt sich in seinem Ego definitiv gekränkt, seine Frau hingegen darf Karriere machen. Das ist natürlich nur eine sehr verkürzte Beschreibung der schwer unterhaltsam porträtierten Anspielungen auf moderne Geschlechterrollen, aber ganz sicher ist &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; in der Hinsicht ein ungemein zeitgemäßer Film. Zeitlos hingegen sind nicht nur die Qualität der Action und die vielen humoristischen Einlagen, zu denen Baby Jack-Jack dieses Mal eine ganze Menge beitragen darf, sondern auch Violettas Reise von einer verunsicherten, dann zornigen und letztendlich selbstbewussten Teenagerin mit all den dazugehörigen Stolpersteinen auf dem Weg.</p>
<p>Möchte man &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; noch etwas ankreiden, dann dass über weite Strecken der Plot zweigleisig abläuft. Während Elastigirl auf spannende Abenteuer geht, werden diese immerzu unterbrochen von Bob und den Kindern. Die lockern zwar das Geschehen immer wieder und notwendigerweise auf, aber zumindest aus dramaturgischer Sicht kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass der eine Handlungsstrang den anderen mit seinen Einschüben ausbremst. Besonders fällt das in der Episode mit Modedesignerin Edna auf &#8211; ihr Auftritt fühlt sich so an, als wäre er wirklich nur dazu da, um sie im Film unterzubringen. Und wo wir schon bei Mäkeln sind: Der Screenslaver ist als Bösewicht leider auch nicht so eindrücklich wie damals noch der inbrünstig diabolische Syndrom. Aber tut das dem allgemeinen Vergnügenen irgendeinen Abbruch? Auf keinen Fall!</p>
<p>Fazit: Was für ein Sequel! &#8220;Die Unglaublichen 2&#8243; <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/die_unglaublichen_2_cover.jpg" alt="die_unglaublichen_2_cover" title="die_unglaublichen_2_cover" width="130" height="193" class="alignright size-full wp-image-12113" />punktet mit denselben Qualitäten des Vorgängers, ohne jemals in eine faule Wiederholung zu driften und ergänzt die Vorgänger um die stimmige Weiterentwicklung der Figuren und noch mehr satte Action. Das lange Warten hat sich gelohnt! Und wenn nach all der Zeit so etwas bei rumkommt, möchte man gerne noch mal 14 Jahre bis zum nächsten Teil warten.</p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Incredibles 2 <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2018 <strong>Regie:</strong> Brad Bird <strong>Stars:</strong>  Craig T. Nelson, Holly Hunter <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt3606756">IMDB</a>, <a href="http://www.amazon.de/dp/%20/B07J9LRL8C/ref=nosim?tag=movsha-21">Amazon</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Climax</title>
		<link>http://movie-shack.de/climax.html</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Dec 2018 15:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Gaspar Noé]]></category>
		<category><![CDATA[Sofia Boutella]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Filmographie von Gaspar Noé ist recht überschaubar dafür, dass der gebürtige Argentinier schon seit den 80ern aktiv ist. Abgesehen von mehreren Kurzfilmen hat er bis heute lediglich fünf Kinofilme abgedreht. Doch sein Output, so sporadisch er in Spielfilmlänge auch sein mag, ist wuchtig. Nicht von ungefähr fällt sein Name immer dann, wenn man an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/climax_scene.jpg" alt="climax_scene" title="climax_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12096" />Die Filmographie von Gaspar Noé ist recht überschaubar dafür, dass der gebürtige Argentinier schon seit den 80ern aktiv ist. Abgesehen von mehreren Kurzfilmen hat er bis heute lediglich fünf Kinofilme abgedreht. Doch sein Output, so sporadisch er in Spielfilmlänge auch sein mag, ist wuchtig. Nicht von ungefähr fällt sein Name immer dann, wenn man an Skandalfilme oder an Filmemacher mit einer ganz eigensinnigen und mitunter radikalen Vision denkt. <span id="more-12094"></span>Provozieren tut er ja gerne mal &#8211; und wie wird sich nun sein neuester Wurf &#8220;Climax&#8221; einreihen?</p>
<p>Eine Gruppe Tänzer übt kurz vor einer ausgedehnten Tournee ihre Choreographie. Nach einer erfolgreichen Probe wollen die jungen Leute nur noch ein wenig zu guter Musik und leckerem Sangria den Abend ausklingen lassen, aber etwas stimmt nicht: Nach und nach geht es den Leuten immer schlechter und seltsamer &#8211; wurden ihnen etwa heimlich Drogen ins Getränk gemischt? Einen Weg aus dem Trip wider Willen gibt es nicht und so stürzen sie unaufhaltsam immer tiefer in den Abgrund aus Sex, Drogen, Gewalt und verdammt guter Musik.</p>
<p>Man kann ja inhaltlich von Noés Filmen halten, was man will, aber eines steht nicht zur Diskussion: Der Mann ist ästhetisch gesehen ein famoser Künstler. Nicht unbedingt im Sinne des Schönen an sich, aber audiovisuell scheuen er und seine Mitstreiter sich nicht davor, die Grenzen des Kinos ein ums andere Mal neu auszuloten. So ist erneut sein Stammkameramann Benoît Debie mit dabei, der bis auf &#8220;Menschenfeind&#8221; jeden anderen Noé-Langfilm in aufregende, verstörende und gewagte Bildern festgehalten hat. Unvergessen sind die irren, schwindelerregenden Kamerafahrten in &#8220;Irreversibel&#8221; und &#8220;Enter the Void&#8221; und auch bei &#8220;Climax&#8221; stehen die Aufnahmen am Ende buchstäblich Kopf. Der Weg dahin ist aber nicht minder aufregend.</p>
<p>Denn bis auf einige vergleichsweise kürzere Abschnitte laufen die Geschehnisse im neuen Film in Echtzeit ab &#8211; ohne Schnitt, sondern in extrem langen Einstellungen. Diese Inszenierungsweise findet sich schon seit einiger Zeit immer wieder mal im Kino, &#8220;Victoria&#8221; fällt einem da ein von Sebastian Schipper oder erst kürzlich auch &#8220;Utoya 22. Juli&#8221; von Erik Poppe. Die extremen Plansequenzen entfalten stets eine unwiderstehliche Sorgwirkung und so auch bei &#8220;Climax&#8221;, wo zusätzlich die treibenden Technobässe den Zuschauer in ihren Bann ziehen. Der langsame, drogenbedingte Abstieg in die menschliche Hölle kann dadurch effektiv und durch zunächst allmähliche und subtile Anzeichen langsam vorangetrieben werden, bis sich das Chaos wirklich Bahn bricht. Veränderungen im Licht, eine immer losgelöstere Kameraführung und stetig verrücktere Darbietungen kulminieren dann in einer Party-Orgie vom Feinsten &#8211; oder sollte man eher sagen: vom Gaspar Noésten. </p>
<p>Dann ist der audiovisuelle Angriff auf die Sinne des Kinogängers formvollendet und in seiner ganz eigenen verstörenden Art wunderschön und der Abstieg in die pure Triebhaftigkeit abgeschlossen. Die Botschaft von &#8220;Climax&#8221;, so wie sie zumindest auch interpretiert werden kann, erinnert dabei ein wenig an &#8220;We Are The Flesh&#8221; des Mexikaners Emiliano Rocha Minter. Dessen Kinofilmdebüt von 2016 ist in der Extreme seiner Bilder nicht minder aufwühlend als dass Oeuvre von Noé, aber hier wie dort macht sich ein pessimistisches Weltbild breit, das Menschlichkeit eben unbedingt im Spannungsfeld zwischen Zivilisation und nur schwer unterdrücktem, animalischem Urinstinkt verortet und nicht etwa als die Krone gesellschaftlicher Errungenschaften. Geboren werden sei ja eine Chance, will eine Texttafel zu Beginn von &#8220;Climax&#8221; weismachen. Eine Chance, die wir aber gemeinsam permanent zu vergeben scheinen. So schließt der Film seine Klammer mit der Aussage, &#8220;Leben ist eine kollektive Unmöglichkeit&#8221;. <img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/climax_cover.jpg" alt="climax_cover" title="climax_cover" width="130" height="186" class="alignright size-full wp-image-12097" />Menschen versagen immer nur gemeinsam, so scheint es. Aber wir haben verdammt viel Spaß dabei!</p>
<p>Fazit: &#8220;Climax&#8221; ist ein hypnotischer Techno-Trip und ein Expressticket in den Wahnsinn. </p>
<blockquote>
<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Climax <strong>Land:</strong> Frankreich, Belgien, USA <strong>Jahr:</strong> 2018 <strong>Regie:</strong> Gaspar Noé<strong>Darsteller:</strong> Sofia Boutella, Romain Guillermic, Souheila Yacoub <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt8359848">IMDB</a>, <a href="http://www.amazon.de/dp/%20/B07KLS28RR/ref=nosim?tag=movsha-21">Amazon</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&nbsp;</p>
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		<title>Bumblebee</title>
		<link>http://movie-shack.de/bumblebee.html</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Dec 2018 15:43:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Reiskorn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Action]]></category>
		<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>
		<category><![CDATA[Hailee Steinfeld]]></category>
		<category><![CDATA[John Cena]]></category>
		<category><![CDATA[Travis Knight]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit den 80er-Jahren erfreuen die „Transformers“ Jung und Alt und das mittlerweile auf verschiedene Weise: Zunächst als Spielzeugmarke etabliert, folgten recht schnell Comics, Trickfilmserien, Videospiele und seit 2007 beehren sie sogar in regelmäßigen Abständen die Kinoleinwände dieser Welt. Bislang war vor allem Krawall-Spezialist Michael Bay dafür als Regisseur verantwortlich, doch nachdem mit „Transformers: The Last [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/bumblebee_scene.jpg" alt="bumblebee_scene" title="bumblebee_scene" width="200" height="125" class="alignleft size-full wp-image-12089" />Seit den 80er-Jahren erfreuen die „Transformers“ Jung und Alt und das mittlerweile auf verschiedene Weise: Zunächst als Spielzeugmarke etabliert, folgten recht schnell Comics, Trickfilmserien, Videospiele und seit 2007 beehren sie sogar in regelmäßigen Abständen die Kinoleinwände dieser Welt. <span id="more-12088"></span>Bislang war vor allem Krawall-Spezialist Michael Bay dafür als Regisseur verantwortlich, doch nachdem mit „Transformers: The Last Knight“ der letzte Teil hinter den Erwartungen zurückblieb, war endlich die Zeit für etwas Neues gekommen. Mit „Bumblebee“ kommt nun das erste Spin-off in die Kinos, das zugleich als Prequel fungiert und den titelgebenden Autobot in den Mittelpunkt stellt. Ob sich das wohl lohnt? So viel sei verraten – ja!</p>
<p>Ein kleines Küstenstädtchen in Kalifornien, 1987: Charlie (Hailee Steinfeld) ist eine Außenseiterin, die am liebsten an Autos herumschraubt und in der örtlichen Werkstatt herumstöbert. Zu ihrem 18. Geburtstag hätte sie liebend gerne ein eigenes Auto, doch das bekommt sie zunächst nicht. Also muss sie sich eben selbst drum kümmern! Als sie eines Tages einen gelben VW-Käfer sieht, ist es Liebe auf den ersten Blick und Charlie holt sich den Wagen in die eigene Garage. Sie ahnt ja nicht, dass sich ihr neues Gefährt in Wahrheit als getarnter Roboter aus dem All entpuppen soll, der ihr Leben für immer verändern wird…</p>
<p>Bislang galten die &#8220;Transformers&#8221;-Filme als Paradebeispiele für tumbeste Blockbuster aus der Traumfabrik: Pervers hohe Produktionskosten, plumpe Figuren und Dialoge und ein Übermaß an Materialschlachten und visuellen Effekten ohne einen Hauch von Seele. An den Kinokassen schlugen sie sich mit mehreren Milliarden US-Dollar Einspielergebnis mehr als nur formidabel, doch die Kritiker waren sich insgesamt schon immer einig, dass das eigentlich alles ziemlich großer Schrott war, der da fabriziert wurde. Mit &#8220;Bumblebee&#8221; geht Regisseur Travis Knight, der hiermit sein Live-Action-Debüt abgibt (nach dem Stop-Motion-Animationsfilm &#8220;Kubo &#8211; Der tapfere Samurai&#8221;), erfrischenderweise den entgegengesetzten Weg: Die Dimensionen wurden um ein Vielfaches verkleinert, weniger Figuren stehen im Mittelpunkt, es werden nicht ganze Städte auf mehreren Kontinenten dem Erdboden gleichgemacht. </p>
<p>Stattdessen geht es viel intimer zu und das fängt auch schon bei der Action selbst an. Abgesehen von einer imposanten Eröffnungsschlacht im Weltall, beschränkt sich die diese weitestgehend auf zwei bis maximal drei riesige Blechbüchsen auf Beinen, die sich gleichzeitig irreparable Dellen zufügen. Das ist zwar immer noch spektakulär, laut und technisch imposant umgesetzt, aber im Vergleich zur Hauptreihe kann man das schon beinahe kammerspielartig nennen, wenn man ein klein wenig übertreiben möchte. Dafür erhalten die Auseinandersetzungen größeres emotionales Gewicht, denn mehr als je zuvor sorgt man sich um das Wohlergehen der Figuren &#8211; insbesondere um den Titelhelden.</p>
<p>Und dass das überhaupt funktioniert, ist die wohl größte Stärke von &#8220;Bumblebee&#8221;. Nach ein wenig Krach zu Beginn des Films nimmt sich der Film viel Zeit, um die Beziehung zwischen dem gelben Besucher aus dem All und seiner neuen Freundin behutsam aufzubauen. Zur Genüge werden dabei humoristische Elemente eingestreut, die aber nie erzwungen wirken und toll umgesetzt wurden: Wenn zum Beispiel der aufgrund eines Defekts stumme Bee unbeholfen durch Charlies Haus stapft, dann ist das großartige Stummfilm-Slapstick-Comedy, der man hier in einem teuren Mainstreamfilm beiwohnen darf. Solche Elemente sind zwar auch schon in den vorherigen Werken angeklungen, aber dort wurden sie lange nicht so gewinnbringend und charmant eingesetzt. Dabei zeigt sich auch, dass technische Virtuosität dann am besten ist, wenn sie der Handlung und den Figuren dienlich ist: Bumblebee ist ein einziger umherwandelnder, technisch perfekter Computereffekt. Doch so lebendig, wie er zum Leben erweckt wird, vergisst man das schnell. Seine Körpersprache sagt mehr als tausend Worte und auch seine mimische Ausdrucksfähigkeit wurde verfeinert.</p>
<p>Leise und auch rührende Momente gibt es aber auch ausreichend im Drehbuch, die für ein wohliges Gefühl sorgen. Das Verhältnis zwischen Bee und Charlie ist Herz und Seele des Films und die viele gemeinsame Zeit, die sie miteinander verbringen &#8211; und wir als Zuschauer gleich mit &#8211; macht sich letztendlich in vielen kleinen wie größeren Momenten im Laufe des Films bezahlt. Neben der hervorragenden Realisierung von Bee als vollwertige Figur trägt vor allem Hailee Steinfeld als Charlie dazu bei. Als schnoddrige und doch verunsicherte Teenagerin erdet sie den gesamten Film und nimmt uns mit auf ihre emotionale Reise. Davon kann auch ein potenzieller und zum Glück nicht allzu nerviger Love-Interest ablenken.</p>
<p>Möchte man dem Film überhaupt etwas vorwerfen, dann dass er vielleicht auf eine Nummer zu sicher gehen mag. Vorhersehbarkeit könnte sicher ein Wort sein, das fällt, möchte man weniger wohlwollend urteilen. In der Tat wirkt viel vertraut und das nicht nur wegen der gelungenen Wiederbelebung der 80er. Erzählerisch läuft eigentlich alles in geregelten Bahnen, ohne große Überraschungen und auch die Geschichte von einem Menschen und einem ungewöhnlichen Freund ist ein alter, aber gern gesehener Hut. Parallelen zu Brad Birds Trickfilmklassiker &#8220;Der Gigant aus dem All&#8221; sind nicht zu übersehen und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht auch tatsächlich als Inspiration diente. Aber wenngleich &#8220;Bumblebee&#8221; keine Innovationspreise gewinnen wird: Er mag zwar nichts neu machen, aber dafür macht er einfach alles richtig. Die Action ist wohldosiert, die leisen Töne werden immer zum genau richtigen Zeitpunkt eingestreut, ebenso die Gags, und im Grunde ist es ein im besten Sinne altmodischer und doch zeitloser Film, der nun deutlich mehr an Werke von dem als Ausführender Produzent beteiligten Steven Spielberg und an &#8220;E.T.&#8221; erinnert, als an Michael Bays Testosteron-Abfahrten. &#8220;Bumblebee&#8221; ist vielleicht sogar der beste Spielberg-Film der letzten Jahre, den der Meister selbst nicht gedreht hat.</p>
<p><img src="http://movie-shack.de/wp-content/uploads/2018/12/bumblebee_cover.jpg" alt="bumblebee_cover" title="bumblebee_cover" width="130" height="193" class="alignright size-full wp-image-12091" />Fazit: &#8220;Bumblebee&#8221; ist das längst überfällige und gelungene Tuning des &#8220;Transformers&#8221;-Franchises im Kino, mit dem die Marke einen Schritt zurück zu einem neuen Anfang geht, um zwei große nach vorne zu machen. Der schlicht und ergreifend mit großem Abstand beste Film der Reihe und einer der besten, weil rührendsten Blockbuster 2018!</p>
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<h3>Zusätzliche Informationen zum Film</h3>
<p><strong>Originaltitel:</strong> Bumblebee <strong>Land:</strong> USA <strong>Jahr:</strong> 2018 <strong>Regie:</strong> Travis Knight <strong>Darsteller:</strong> Hailee Steinfeld, John Cena <strong>Weitere Infos:</strong> <a href="https://www.imdb.com/title/tt4701182">IMDB</a>
</p></blockquote>
<p><strong class="rating">Redaktion:</strong><br />&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&nbsp;</p>
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